Question: Was kann man mit 70 noch machen?

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Dazu zählt auch Bewegung im Alltag wie Spaziergänge, Gartenarbeit und Treppensteigen. Drei Sportarten, mit denen Senioren ihr Herz fit halten: Joggen: Joggen ist auch für ältere Menschen geeignet. Als Faustregel gilt: Man sollte ins Schwitzen kommen, sich aber noch unterhalten können.

Wohl kaum etwas schlägt Männern so auf das Selbstbewusstsein wie Potenzprobleme. Herr Conrad, ab wann altern wir? Eigentlich altern wir ab der ersten Minute unseres Lebens. Spätestens wenn das Wachstum abgeschlossen ist, in der Regel ab 20, beginnt in einer sanft abfallenden Kurven der Alterungsprozess.

Urologisch finden wir bei Männern deutliche Alterungsprozesse schon in der Altersgruppe zwischen 30 und 40. Bei Prostatakrebs wird es vermehrt an das Blut abgegeben; der Bluttest kann auf Tumore hinweisen, die bei der Tastuntersuchung nicht auffallen. Zudem muss nicht jeder Tumor sofort behandelt werden.

Wenn keine Beschwerden auftreten, oder der Tumor nicht erkennbar fortschreitet, reicht oft auch eine Verlaufskontrolle. In dieser Dekade beginnen die ersten Potenzstörungen. Im Bereich zwischen 40 und 50 haben wir signifikante Zahlen, etwa 20 Prozent der Männer spüren eine nachlassende Erektionsstärke.

Was kann man mit 70 noch machen?

Natürlich sind die Grenzen fließend, aber ab 50, um das kritische Datum zu nehmen, ist jeder zweite bis dritte Mann von sexuellen Veränderungen betroffen.

Was nicht heißt, dass jeder auch behandlungsbedürftig ist. Können Sie die Veränderungen spezifizieren? Da ist zunächst die Stärke, die Rigidität, wie wir das nennen. Die Schwellkörper schwellen eben nicht mehr so an, wie das in jüngeren Jahren war. Der Bluteinstrom in die Schwellkörper erfolgt durch eine aktive Entspannung der Muskelzellen in den zuführenden Gefäßen. Wenn die Muskulatur schwächer wird, reduziert sich die Öffnung der Gefäße, weniger Blut strömt ein, die Stärke der Erektion nimmt ab.

Hier setzen Medikamente wie Viagra an, die auf den Regulator am Muskel einwirken und den Impuls der Gefäß-Öffnung stärken. Wir wissen heute, dass diese Effekte auf die Erektion einerseits Teil eines normalen Alterungsprozesses sind, aber auch von vielen äußeren Faktoren abhängig sind, die auf die Blutgefäße einwirken.

Eine Reihe dieser Faktoren werden unter dem Oberbegriff des metabolischen Syndroms zusammengefasst. Stefan Conrad ist Urologe und Chefarzt der Urologischen Klinik, Evangelisches Diakoniewerk Friederikenstift, Hannover.

Mit 70 noch Hure: „Beim Sex können wir Männer noch gut gebrauchen“

Das Sie uns jetzt bitte erklären. Zum metabolischen Syndrom zählt man Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, insbesondere zu hohes Cholesterin und Zuckerkrankheit, auch in Ihren Frühformen. Alle diese Faktoren erhöhen das Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten signifikant. Das Problem ist, dass sie sich auch untereinander im Auftreten begünstigen und gemeinsam besonders stark risikosteigernd wirken.

Die Faktoren des metabolischen Syndroms, das wissen wir heute, wirken schädigend auch in den kleinen Gefäßen, die zum Schwellkörper führen. Diese metabolische Problematik, die sich ergibt durch die falsche Lebensführung, Übergewicht, zu wenig Bewegung und durch Rauchen, führt letztlich zu Veränderungen, die zumindest teilweise vergleichbar sind mit Verschleißveränderungen, die das Alter macht.

Die frohe Botschaft: Wir können den Alterungsprozess beeinflussen? Und diese äußeren Faktoren können wir beeinflussen. Anders gesagt: Wer also übergewichtig ist und einen hohen Blutdruck hat und nichts dagegen tut, hat ein deutlich höheres Erektionsstörungs-Risiko, als der Mann, der sich vernünftig ernährt, Sport treibt. Der kann auch mit 70, 75 noch. Vielleicht nicht mehr so oft, nicht mehr Was kann man mit 70 noch machen? stark. Wann kommen die Männer zu Ihnen, kommen sie überhaupt?

Ab 50 ist ein Kontrolle beim Urologen sicherlich sinnvoll, weil nicht nur Erektionsstörungen auftreten, sondern auch das Prostatakrebs-Risiko steigt und gutartige Prostatavergößerungen häufiger werden. Es gibt natürlich aufgeklärte Männer, mehr als je zuvor. Und große Firmen lassen ihre Manager verpflichtend einmal im Jahr durchchecken, ausführlich und sehr aufwendig. Oft Was kann man mit 70 noch machen?

ist der Mittelstands-Mann immer noch ein Verdränger. Der Verlust der Selbstbestimmung - und die gibt man ja beim Arzt ein wenig aus der Hand - passt eben nicht in das klassische Männerbild, das uns zum Teil anerzogen worden ist, das zum Teil auch hormonell geprägt ist: eine gewisse Rudelführerschaft.

70. Geburtstag

Wissen Sie, wie ein Mann reagiert, der auf der Autobahn gegen die Verkehrsregel überholt worden ist? Er überholt seinerseits den Rüpel, zeigt ihm auf gleicher Höhe den Vogel, setzt sich dann vor ihn und bremst ab. Er will die Kontrolle über die Situation haben. Ein schönes Bild, das zur nächsten Frage passt: Warum begegnen Männer dem Thema Prostata so verkrampft?

Sicher auch, weil die Prostata und ihre Veränderungen, gut wie bösartig, Synonym für das Altern des Was kann man mit 70 noch machen? ist. Jeder kennt heute eigentlich jemanden, der unter diesem Krebs leidet, der daran gestorben ist.

Aber bleiben wir zunächst bei den gutartigen Veränderungen: Im Alter zwischen 50 und 60 beginnt die Prostata, in gutartigen Knoten zu wachsen und sich zu vergrößern.

Ein Teil der Männer erlebt schon in diesem Alter, dass das Wasserlassen sich verändert, dass sie vielleicht nachts einmal mehr aufstehen müssen, dass der Harnstrahl schwächer wird. Jeder zweite Mann ab Mitte 50 wird Ihnen sagen, der Strahl ist nicht mehr so wie früher, aber es reicht noch.

So oder so: Es führt kein Weg an der Vorsorge vorbei?

Was kann man mit 70 noch machen?

Nein, ich kann nur jedem Mann ab 50 raten, sich untersuchen zu lassen. Die gesetzliche Kassenleitung umfasst die rektale Tastuntersuchung, die Untersuchung des Genitales und der Haut und die Dickdarmkrebsvorsorge. Die reine Tastuntersuchung der Prostata diagnostiziert Prostata-Karzinome aber meist in einem schon relativ fortgeschrittenen Stadium. Ganz bewiesen ist das allerdings noch nicht. Ergebnisse einer solchen europaweiten Studie werden wohl Ende des Jahres erstmalig veröffentlicht werden.

Um Ihnen und den Lesern die medizinische Fachsimpelei zu ersparen: Ich würde immer beides untersuchen lassen. Die sind gut angelegt, und wenn der Wert sehr niedrig ist, muss die Messung nur in Abständen von mehreren Jahren wiederholt werden.

Nehmen Männer das mit Frust oder Melancholie, dass es schwächer wird, der Strahl, die Schwellkraft, die Lebensdynamik? Die einen betrachten es - durchaus auch depressiv - als Abschied von der Jugend. Dann gibt es solche, die daraus versuchen, eine Tugend zu machen: Alles wird langsamer, schlechter, also leben wir bewusster, stellen die Beziehung auf andere Fundamente, wir kümmern uns um Sport, wir ernähren uns ganz anders. Da sind den Neuentwürfen keine Grenzen gesetzt.

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