Question: Ist sich jeder selbst der Nächste?

Das Sprichwort Jeder ist sich selbst der Nächste wird entweder als ernüchternde Aussage über den menschlichen Eigennutz gebraucht oder als Rechtfertigung des eigenen egoistischen Handelns.

Warum ist sich jeder selbst der Nächste?

Bedeutung(en) Sagt man leicht abwertend dafür, dass die Menschen im Allgemeinen eher dazu neigen, zunächst an sich selbst und die eigenen Interessen zu denken, als die Bedürfnisse anderer in den Mittelpunkt zu stellen. Das Sprichwort wird in den Korpusbelegen nie wertfrei, sondern immer leicht abwertend gebraucht.

Was bedeutet sich selbst der Nächste zu sein?

Die Redewendung ist abgeleitet von der Maxime Jesu Christi: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Wenn man sich natürlich selbst der Nächste ist, kann man diese Lehre wunderbar befolgen und trotzdem der größte Egoist bleiben.

Woher kommt der Spruch Alle Neune?

Sie vermuten, dass die Wendung in Wahrheit von Jahrmärkten kommt, auf denen mit Spielkarten die Zukunft gelesen wurde. In den deutschen Spielkarten heißt die Pik Neun nämlich Grün Neun - und diese unheilvolle Karte bedeutete nichts Gutes.

Talmud Kleinere Beiträge Jeder ist sich selbst der Nächste Dieser Satz wird von den Menschen mit unterschiedlicher Bewertung gesagt. Der eine meint ihn spöttisch, der andere verständnisvoll, ein anderer sogar zynisch.

Ist sich jeder selbst der Nächste?

Der eine meint damit sich selbst, der andere bezieht sich auf andere Menschen. Wie man auch immer zu diesem Spruch steht, eines ist unbestritten — es ist die menschliche Erfahrung, die in diesen Worten steckt.

Ist sich jeder selbst der Nächste?

Das ist die Natur des Menschen, so ist er eben und das ist gar nicht negativ gemeint. Nicht anders verhält es sich mit dem folgenden Spruch: Diese beiden Sätze dienten Rawa, um ein Prinzip im jüdischen Recht zu begründen. Mit anderen Worten: Wenn jemand vor einem Gericht aussagt, er habe eine Straftat begangen, gilt sein Geständnis nicht, und er wird nicht bestraft, solange die Straftat nicht von zwei Zeugen bestätigt wird.

Diese Regel, so erstaunlich sie auch ist, wird von ihm nicht weiter begründet. Möglicherweise war die Begründung schon bekannt, oder es gab über diese Regel unter den Gelehrten einen Konsensus. Die Gemara zitiert den Spruch Rawas an sechs Stellen, ohne ihn zu diskutieren. Spätere Gelehrte wie Raschi und Maimonides suchten für diese Regel eine rationale oder theologische Begründung, jedoch stellten sie sie sich nicht in Frage. Die Ist sich jeder selbst der Nächste?

gingen von folgendem Sachverhalt aus: In der Tora heißt es: Wenn es um Leben oder Tod eines Angeklagten geht, darf er nur auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen hin zum Tod verurteilt werden. Davon konnten und wollten sie nicht abweichen, auch wenn sie gemerkt hatten, dass dieses Gesetz nicht immer den rechtlichen Anforderungen genügte. So wird auch in der Gemara berichtet: R.

Schetach erzählte: Ich habe gesehen, wie jemand hinter seinem Nächsten in eine Ruine lief, und als ich ihm nachlief, traf ich ihn mit einem bluttriefenden Schwerte in der Hand, während der Erschlagene noch zuckte. Da sprach ich zu ihm: Ruchloser, wer hat diesen erschlagen, ich oder du? Möge der aber, der die Gedanken kennt, diesen Menschen, der seinen Nächsten erschlug, bestrafen! Diese Situation ruft in jedem Menschen einen Widerstand Ist sich jeder selbst der Nächste?, da sie gegen das Gerechtigkeitsempfinden verstößt.

Ist sich jeder selbst der Nächste?

Den Kompilatoren der Gemara ist das auch aufgefallen, und sie fügten der Geschichte folgende Schlussbemerkung hinzu: Man erzählt, ehe sie von dort fortgingen, sei eine Schlange gekommen und habe den Ist sich jeder selbst der Nächste?

gebissen, worauf er starb. In der Gemara wird folgende Möglichkeit erörtert: Wie ist der Fall zu beurteilen, wenn einer der beiden Zeugen der Täter selbst ist, wenn also der Beschuldigte gegen sich selbst eine Aussage macht, sich selbst belastet?

Hier ging Rawa einen Schritt weiter als die Tora. Nach seiner Methode reicht es für eine Verurteilung nicht aus, wenn diese von der Aussage des Beschuldigten abhängt, da die Selbstbelastung nicht akzeptiert wird. Dabei fragt man sich: warum eigentlich? Was kann es für einen besseren Beweis geben, als ein Geständnis? Im Römischen Recht heißt es sogar: das Geständnis ist die Krone des Beweises. Sieht man sich die spätere Entwicklung des Rechts in Europa Ist sich jeder selbst der Nächste?, insbesondere die Vernehmungsmethoden der kirchlichen und auch weltlichen Inquisitionsgerichte, wo es darum ging, vom Beschuldigten auch mit Hilfe der Tortur ein Geständnis zu bekommen schließlich ist ja das Geständnis der beste Beweiserkennt man die Bedeutung der talmudischen Regel.

Nicht dass die Gelehrten Propheten waren, aber die Gabe, das Unwahrscheinliche zu erahnen, mindestens die Gefahren, die von Menschen für Menschen bei der Anwendung von Rechtssätzen drohen, müssen sie gehabt haben.

Jeder ist sich selbst der nächste? Fick dich!

Es war ihnen offensichtlich wichtiger, keine Gefahren der Verletzung der Humanität einzugehen, als einleuchtende und dem Schein nach vernünftige Gesetze zu schaffen. Man muss zugeben, dass diese Materie nicht unproblematisch ist. In allen modernen Rechtsstaaten einschließlich Israel ist das Geständnis zugelassen. Man muss auch zugestehen, dass die Gesetzgebung einen Schutz für den Beschuldigten eingebaut hat, da sie ihm ermöglichte, die Aussage zu verweigern.

Der Angeklagte muss sich nicht selbst belasten; so ist es in Europa und Amerika Ist sich jeder selbst der Nächste? der Zeit der Aufklärung wobei die Vorkämpfer für dieses Recht in England und Amerika sich auf das Jüdische Recht beriefen.

Man muss auch offen sagen, dass in manchen Fällen ein Straftäter ohne sein Geständnis nicht verurteilt werden könnte. Insofern ist die Regelung in unseren Rechtsstaaten durchaus sinnvoll und entspricht dem gesunden Menschenverstand. Für Rawa und seine Kollegen Ist sich jeder selbst der Nächste? die Vernunft des Rechtsstaates wahrscheinlich nicht vernünftig genug, jedenfalls nicht genügend human.

Sie hatten offensichtlich eine andere Vorstellung von der Unantastbarkeit der Menschenwürde. Wenn man auch diesen Vorstellungen nicht immer folgen kann, man sollte sie sich vor Augen halten. Fundstellen: b Sanhedrin 25a, 9b und 10a; b Jewamot 25b; b Ketubot 18b Gabriel Miller.

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