Question: Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden?

Dagegen wiederholt die bischöfliche Pressestelle: Firmpate darf nach Kirchenrecht nur ein katholischer Christ sein. Da gebe es keinen Spielraum, keine andere Möglichkeit - auch eine Ausnahme durch den Bischof sei nicht vorgesehen.Dagegen wiederholt die bischöfliche Pressestelle: Firmpate darf nach Kirchenrecht nur ein katholischer Christ sein. Da gebe es keinen Spielraum, keine andere Möglichkeit - auch eine Ausnahme durch den Bischof sei nicht vorgesehen.

Kann der firmpate auch evangelisch sein?

Die katholische Kirche gehe davon aus, dass ausschließlich ein praktizierender Christ des katholischen Glaubens die Aufgabe des Firmpaten übernehmen könne. ... Das könne weder ein Protestant noch ein Katholik, der aus der Kirche ausgetreten sei, sagt Renftle.

Wann darf man firmpate sein?

Wer das Amt eines Firmpaten übernehmen möchte, der muss in jedem Fall das 16. Lebensjahr vollendet haben und selbst katholisch getauft und gefirmt sein. Der Codex des kanonischen Rechtes empfiehlt, dass der Taufpate zugleich auch der Firmpate sein soll.

Was schenkt man als firmpate?

eine Uhr, eine Bibel, ein religiöses Schmuckstück (z.B. eine Kette mit Kreuzanhänger) oder ein religiöses Motiv, wie beispielsweise Schutzengel & Co.

Kann man ohne Pate Gefirmt werden?

Sollten Sie ohne Firmung als Taufpate fungieren wollen, gibt es dabei einiges zu beachten, denn die Patenschaft ohne Firmung ist in der katholischen Kirche nicht rechtmäßig. ... Somit ist es Ihnen nicht gestattet, ohne eigene Firmung als Pate eingeschrieben zu werden.

Wie viel Geld firmpate?

Viele Firmpaten lassen sich daher gerne etwas Besonderes einfallen – und beschenken ihre Firmlinge großzügig. Letztere können dann mit (Geld-)Geschenken im Wert von bis zu 100 Euro oder sogar mehr rechnen.

In welcher Klasse macht man die Firmung?

Klasse. Weilheim - Das Alter der Firmung heraufzusetzen - bis dahin wurde das Sakrament immer in der 6. Klasse gespendet -, hatte der Pfarrgemeinderat 2009 beschlossen.

Was brauche ich als Taufpate evangelisch?

Voraussetzung für die Übernahme einer Patenschaft in der evangelischen Kirche ist in der Regel, dass der Pate getauft und konfirmiert ist bzw. im religionsmündigen Alter getauft wurde und aktuell auch Kirchenmitglied ist. Die entsprechende Bescheinigung wird in der evangelischen Kirche auch als Patenschein bezeichnet.

Was mit Firmkind Unternehmen?

Für Actionfans haben wir beispielsweise spritzige Kart- und Quad-Touren, Kajak und Kanu Ausflüge oder Motocross fahren im Angebot. Tierisch viel Spaß haben die Beschenkten bei einem Erlebnis mit lustigen Vierbeinern. Raus in die Natur und hoch hinauf geht`s im Hochseilgarten.

Was gibt man als firmpate?

Viele Firmpaten lassen sich daher gerne etwas Besonderes einfallen – und beschenken ihre Firmlinge großzügig. Letztere können dann mit (Geld-)Geschenken im Wert von bis zu 100 Euro oder sogar mehr rechnen.

Was schenke ich als firmpate?

Als Firmpate können Sie natürlich noch andere Geschenke zur Firmung schenken, um den Firmling zu erfreuen. ... Natürlich erfreuen sich auch die meisten Jugendlichen an technischen Geschenken wie beispielsweise ein neues Handy oder aber ein E-Book-Reader.

Was ist der Unterschied zwischen Kommunion und Firmung?

Bei der Kommunionsfeier empfangen katholische Kinder erstmals das Sakrament der heiligen Kommunion (Eucharistie). Die katholische Kirche kennt nach der Erstkommunion noch die Firmung, bei der der Gläubige ein vollwertiges Mitglied der Glaubensgemeinschaft wird.

In welchem Alter Firmung Österreich?

Firmung künftig erst ab 17 Jahren.

Freya von Stülpnagel: Die ganze Familie hatte im März 1998 eine schwere Grippe gehabt. Benni, gerade 18 ge­worden, hat sich davon nicht mehr erholt. Der Internist und der Neurologe sagten, er solle sich ausruhen, ­autogenes Training machen, dann werde es schon wieder. Er war so ein fröhlicher Junge, sehr sportlich, super Schüler.

Aber damals sagte er mal zwischen Tür und Angel: Mami, wenn ich nicht wieder gesund werde, dann bring ich mich um. Ich habe den Satz überhaupt nicht ernst nehmen können, weil so etwas wie ein Suizid jenseits meiner Vorstellung lag. Ich dachte mir, dieses Kind, dem alles so leicht gelingt, muss auch einmal eine Phase erleben, wo nicht alles so locker geht, das gehört zum Erwachsenwerden.

Dann wollten wir im April alle zum Skifahren nach Österreich, er wollte nachkommen. Auf der Hütte bekam ich die Nachricht, dass er sich das Leben genommen Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden?. Stülpnagel: Er hatte in ganz kurzer Zeit eine schwere Depression entwickelt. Heute weiß man, dass auch Grippe­viren Depressionen auslösen können.

Benni war ein Perfektionist, weil er überall sehr gut war oder gut sein wollte, und die Depression hat ihn begrenzt in seinen Möglichkeiten — damit wurde er nicht fertig. Freya von ­Stülp­nagel, 70, ist Juristin und Mutter von vier Söhnen.

Ihr Sohn Benni nahm sich im April 1998 mit 18 Jahren das Leben. Danach Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden? sie sich zur Trauerbegleiterin ausbilden. Er ist Vater von zwei Töchtern und zwei Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden?.

Sein Sohn Tobias nahm sich am zweiten Weihnachtsfeiertag 2018 mit 29 Jahren das Leben. Marboe engagiert sich seitdem für die Suizidprävention. Tobias war Cutter und Künstler, er hat getextet, gemalt, gefilmt. Er stellte Fragen, statt Antworten vorzugeben. Aber er konnte sich nicht gut promoten im Kunstmarkt. Wir haben erkannt, dass bei Tobias irgendwas nicht stimmt.

Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden?

Am ersten Weihnachtsfeiertag war er bei uns und hat eigenartig geredet. Wir wollten gleich nach Weihnachten mit ihm zu einer Psychiaterin. Für den zweiten Weihnachtsfeiertag lud er uns Eltern zu sich zum Frühstück ein. Wir schlugen ihm dann vor, übergangsweise wieder zu uns zu ziehen. Damit er Geld sparen kann und nicht in die totale Einsamkeit fällt.

Zu unserer Freude stimmte er zu. Dann hat es plötzlich an der Tür geläutet Sie waren beruhigt? Marboe: Ja, Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden? dachte, er öffnet sich uns nun. Mittags räumten wir zusammen die Wohnung aus und fuhren seine Sachen zu uns. Er war sehr müde und ruhte Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden? im Wohnzimmer aus, während wir das Gästezimmer herrichteten. Dann hat es plötzlich an der Tür geläutet: Es sei was mit Tobias, unten auf der Straße. Ich rannte ins Wohnzimmer — die Tür zum Balkon war offen.

Er deutete sogar an, dass er von dort auf seine kleine Nichte Alma aufpassen wird — und vermittelte uns damit auch noch, dass er an was Transzendentes glaubt. Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland, Bundesverband: Hadern Sie? Marboe: Ich bin sehr gespalten. Auf der einen Seite werfe ich mir vor, dass ich die Zeichen nicht gut gelesen habe, dass wir nichts über die Vorzeichen von psychotischen Schüben wussten. Denn man hätte Tobias mit Medi­ka­menten gut behandeln können, ohne ihn dumpf zu machen.

Und ich hadere mit dem Stolz in unserem ­bürgerlichen Milieu: Man spricht nicht darüber, wovon man lebt. Und man öffnet den Verwandten nicht das Herz und bittet sie um Hilfe, sondern macht alles mit sich selbst aus. Gleichzeitig glaube ich, dass Tobias auch sehr viele glückliche Momente in den 29 Jahren seines Lebens gehabt hat. Jeder Mensch, der ein Kind hat, möchte, dass es lebensfähig und lebensfroh ist.

Dieses Ziel kann ich nicht Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden? erreichen. Ja, die Illusion einer heilen Familie ist mir genommen ­worden. Aber ich weiß noch, dass unser ältester Sohn gleich seinem Vater um den Hals gefallen ist und gesagt hat: Papi, unsere Familie darf daran nicht zerbrechen! Wir mussten mit dem Trauma leben lernen. Meine drei lebenden Söhne, damals 10, 19 und 22, haben eine andere Einstellung zum Leben entwickelt und eine große Sensibilität.

Wenn irgendwo was mit Tod ist, wussten sie immer sofort, was zu tun ist, haben Briefe geschrieben, sind ohne jede Scheu auf solche Familien zugegangen. Marboe: Ja, wenn es etwas Gutes gibt an dem ganzen Wahnsinn, dann dass man sehr schnell begreift, was im Leben wirklich wichtig ist.

Viele Leute denken, wenn sie von einem Suizid hören: Da muss ja irgendwas gewesen sein in der Familie! Die Menschen ­suchen eine Ursache, damit sie nicht fürchten müssen, dass das auch in ihr Leben einbrechen könnte.

Aber es gab eine Mutter in unserem Freundeskreis, auch mit vier ­Kindern, die hat gesagt: Das hätte bei uns genau so ­passieren ­können. Natürlich habe auch ich mich am ­Anfang gefragt: Wieso in unserer Familie? Wir haben doch immer alles gut hinbekommen! Aber nach vielem Nachdenken konnte ich sagen: Warum wir nicht? Was bilden wir uns ein, dass wir so besonders sind, dass es bei uns nicht passiert! Ich bin da demütig geworden. Marboe: Seit ich in der Öffentlichkeit über den Suizid meines Sohnes spreche und schreibe, kommt ständig jemand zu mir und sagt: Mein Vater hat sich das Leben genommen, mein Bruder hat versucht, sich umzubringen.

Man Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden? nicht für möglich, wie viele Menschen ein ähnliches Schicksal haben! Ich komme mir vor wie in einer neuen Gemeinschaft. Stülpnagel: Das erlebe ich genauso. Ich habe damals sofort gesagt: Wir müssen offen damit umgehen.

Das war immerhin vor 22 Jahren, da war Suizid noch ein größeres Tabu als heute. Wie viele Menschen ein ähnliches Schicksal haben!

Stülpnagel: Und auf einmal wurden aus all den Todes­fällen, die vorher Herzinfarkte oder Unfälle gewesen ­waren, Suizide. Die Menschen waren so froh, dass sie das endlich mal sagen konnten. Wir haben bei den Verwaisten Eltern in München eine eigene Gruppe für Eltern, die ein Kind durch Suizid verloren haben, und diese Gruppe wird immer größer.

Aber nicht, weil es mehr Suizide gibt, ­sondern weil die Menschen sich endlich helfen lassen. In der Gemeinschaft mit Gleichbetroffenen kann ganz viel Heilung geschehen. Soll man Menschen, um die man sich Sorgen macht, ­direkt fragen, ob sie womöglich daran denken, sich das Leben zu nehmen?

Stülpnagel: Viele denken, wenn sie das ansprechen, kommt der andere erst auf die Idee. Das Gegenteil ist wahr: Die Menschen fühlen sich ernst genommen und angenommen, es interessiert sich jemand für sie und ist bei ihnen. Der Wunsch zu sterben ist ja auch fast immer ein vorüber­gehender Wunsch. Marboe: Ich habe in meinem Leben oft über Suizid nachgedacht.

Und ich wüsste keinen Verwandten, der nie ­darüber nachgedacht hätte. Stülpnagel: Das ist menschlich, mal darüber nachzu­denken, wenn es einem nicht gut geht. Aber ob man es umsetzt, das macht den Unterschied. Marboe: Und ich hatte das Glück, mit 20 Vater zu werden. Tobias hatte dieses Glück nicht. Ich glaube, dann wäre ­alles anders gewesen. Der hätte schon gut für seine Kinder gesorgt.

Dann wäre auch dieses Immer-um-sich-Kreisen nicht in dem Ausmaß möglich gewesen. Ich hätte mehr auf mein Bauchgefühl hören sollen Haben Sie sich selbst Vorwürfe gemacht?

Ich hätte mehr auf mein Bauchgefühl hören und zu Hause bleiben sollen! Ich habe mein Unvermögen lange betrauert und bitterlich beweint. Und eines Tages konnte ich sagen: Ja, ich habe meine Grenzen, ja, ich habe mich nicht immer so verhalten, wie ich es mir von mir gewünscht hätte. Ich habe nicht erkannt, was mit Benni los war.

Aber ich bin nicht schuld. Ich darf trotzdem leben, und ich darf mich trotzdem mögen. Dann konnte ich auch zu Benni sagen: Es tut mir unendlich leid, dass ich was versäumt habe.

Marboe: Ich habe drei Tage nach dem Tod begonnen, Notizen an den Tobias zu schreiben. Ich wollte ihm berichten, was sich bei uns tut — ich weiß ja nicht, ob er die Fußball­ergebnisse noch bekommt. Natürlich suchte ich auch danach, wie unser Verhältnis war, was er uns für Signale gegeben hat, die wir nicht verstanden.

Und was er als wohltuend kritischer Geist beigetragen hat zur Gesamtstimmung unserer großen Familie. Damit möchte ich anderen Angehörigen vermitteln, dass sie nicht allein sind. Am Welttag der Suizidprävention habe ich schon mal daraus vorgelesen, und es war sehr berührend, dass sich so viele Menschen wiedergefunden haben, obwohl die ­Geschichten ja nur von Tobias und mir handeln. Marboe: Wenn Menschen versuchen, irgendwelche Antworten zu geben auf unbeantwortbare Fragen.

Sondern ich lerne, damit zu leben, ich lerne, die Trauer in mein Leben zu integrieren. Dass andere meinen zu wissen, was für einen gut ist, das ist nicht hilfreich. Wir haben Weihnachten diesmal bewusst anders gestaltet. Ohne die üblichen Traditionen mit Bescherung und den verschiedenen Weihnachtsessen mit der Verwandtschaft. Wir sind mit unseren Kindern weggefahren in eine Therme, wo es riesig lange Rutschen gab.

Da sind wir miteinander im Wasser herumgelegen. Auch Alma war dabei, das wunderbarste Enkelkind, was es auf der Welt gibt; ich muss leider allen anderen Groß­eltern sagen, dass ihre Enkelkinder nicht so toll sind. Ich wusste genau, es muss was anders werden.

Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden?

Aber wir hatten ja noch die drei anderen Kinder. Früher haben wir musiziert, Gedichte aufgesagt, so richtig wie im Bilderbuch. Jetzt sagte ich: Ich werde nie mehr zu Hause singen! Unsere drei anderen Söhne riefen: Na, Gott sei Dank! Ich habe das Weihnachtsfest entheiligt. Diese heilige heile Familie, die gibt es ja so nicht mehr. Mein Mann und ich sind Heiligabend dann immer auf den Friedhof gegangen. Und irgendwann kamen unsere Kinder mit. Es wurde zu einem schönen Ritual, weil wir eine halbe Stunde hin- und eine halbe Stunde zurückgehen, da können die Brüder, die jetzt alle in unterschiedlichen Städten leben, sich unterhalten.

Und auf dem Grab steht ein Weihnachtsbaum mit Kerzen. Selbstverständlich akzeptiere ich jeden ­Menschen, der sich im Wind verstreuen lässt. Aber für mich als Hinter­bliebenen von so einer rätselhaften Tat ist es eine ­un­glaubliche Hilfe, ein Grab als Gedächtnis- und ­Anknüpfungsort zu haben. Und was hilft direkt nach dem Suizid? Stülpnagel: Da sein, aushalten, mitgehen. Zum Aushalten gehört, nicht wegzutrösten, wo es keinen Trost gibt. Auch mal die Klappe ­halten. Oder praktische Hilfe: Uns haben Freunde warmes Essen vor die Tür gestellt und Obstsalat.

Mein Onkel hat jeden Tag eine Suppe in einer anderen Farbe gebracht, in Wasserflaschen abgefüllt: mal eine grüne Suppe, dann eine rote, eine gelbe. Stülpnagel: Und man sollte schnell reagieren. Mir sagte eine Frau, als ich ein Jahr danach auf einem Geburtstag war: Ich möchte so gern jetzt mit dir spazieren gehen.

Da habe ich geantwortet: Weißt du, bei mir ist so viel ­passiert in diesem Jahr, ich hab jetzt gar keine Lust, mit dir spazieren zu gehen.

Sie war so gut und sagte: Danke, dass du es mir so ehrlich sagst. Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden? den Freunden trennt sich die Spreu vom Weizen Marboe: Ich habe zwei gute Freunde, Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden? haben sich nicht gemeldet. Ich weiß, dass sie nicht wussten, was sie sagen sollen. Ich habe dann immer wieder hingeschrieben. Aber sie haben es nicht geschafft.

Die Sprachlosigkeit hat sie so blockiert. Stülpnagel: Es trennt sich beim Freundeskreis die Spreu vom Weizen. Die, die damit überhaupt nicht umgehen können, fallen weg.

Bei uns sind heute die Hälfte unserer Freunde verwaiste Eltern. Für diese neuen Freundschaften bin ich zutiefst dankbar. Marboe: Bei mir hat sich schon vor ein paar Jahren, als ich einen Konkurs hatte, die Spreu vom Weizen getrennt.

Jetzt konnte sich nicht mehr so viel trennen. Ich sehe es immer als eine Art Liebesbeweis, wenn ein Mensch es schafft, in so einer Situation auf einen zuzukommen.

Auch wenn er nichts sagen kann. Stülpnagel: Was soll er auch sagen! Marboe: Und mich berührt es, wenn jemand eine ­Karte schreibt. Dass da jemand ins Papiergeschäft geht, ein ­Motiv aussucht, einen Spruch dazuschreibt oder persönliche Worte, das ist ja ein großer Gedankenprozess bei dem Gegenüber — das tut gut. Stülpnagel: Ich schreibe Trauernden auch immer Er­lebnisse, an die ich mich erinnere: Wenn ich an den Hans denke, denke ich daran, wie wir damals nach Italien ­gefahren sind und diese Panne hatten.

Irgendwas, es kann auch was Lustiges sein. Die kirchlichen Rituale sind wahnsinnig hilfreich Marboe: Lustig ist immer gut, auch lustige Fotos. Aber ich finde auch die kirchlichen Rituale wahnsinnig hilfreich. Denn eigentlich ist die Kirche doch dazu da, zu trösten. Und nicht dazu, Moral vorzuschreiben. Das war schon am Tag des Todes so. Da hat sich die ganze Verwandtschaft bei uns zu Hause versammelt, 20, 30 Leute, auch Pater Nikolaus, mit dem ich früher in der Klasse war, ein ganz besonderer Benediktiner.

Er hat nicht süßlich gesagt, im Himmel sei eh alles gut, sondern er hat das Unerklärliche bestätigt. Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod? Marboe: Ich will vor allem daran glauben. Ich ­möchte den Burschen unbedingt wiedersehen! Es ist ja eine Win-win-Situation, an ein Leben nach dem Tod zu glauben. Stülpnagel: Aber ich lebe heute besser, wenn ich daran glaube.

Marboe: Daher verstehe ich überhaupt nicht, wie man ­daran zweifeln kann, das ist so unvernünftig!

Sexueller Missbrauch

Meine Tochter hat einen Suizidversuch gemacht. Mit 2 weiteren Kindern hat sie sich auf Gleise gelegt. Zwei Kinder sind gestorben und meine hat es überlebt. Es war vor 5 Monaten. Heute befindet sie sich in der Klinik und macht Therapie.

Es ist alles furchtbar schwer auch wenn sie es überlebt hat. Mit den Worten von den Eltern aus dem Artikel kann ich nur zustimmen. Von trauern bis zum Freundeskreis Reduzierung.

Das Leben hat sich um 360 Grad gedreht. Vor uns stehen weiterhin schmerzhafte Zeiten. Ich heule einfach als ich die Worte lese.

Ich bin dankbar, dass sie überlebt hat. Das ist aber ein ganz anderer Mensch als vorher. Mein Sohn Oliver hat sich 2002 das Leben genommen. Unsere Familie ist fast daran zerbrochen, doch wir sind durch dieses Trauma stark geworden.

Ich wünsche jedem, der solch ein schlimmes Leid erlebt hat. Und ich danke Frau von Stülpnagel auf diesem Wege sehr herzlich für Ihre Worte auf S. Auch ich, die ich kein Kind verloren habe, betraure so manches Unvermögen in meinem Leben. Da sind die Worte, die Frau von Stülpnagel in diesem Absatz gefunden hat, unglaublich treffend und wertvoll!

Auf diesem Wege bin ich dann auch über Herrn Roland kachler gestolpert, dessen Bücher mir noch mehr geholfen haben. Ich habe 3 Kinder, darunter eineiige zwillingssöhne von denen sich einer mit 14 Jahren in unseren Haus das Leben nahm. Aber wir hatten das Glück, und ich bin ihr vor Herzen dankbar, die Pfarrerin unserer Gemeinde zu haben, die ein soziales Netzwerk um uns gewebt hat und die Mitschüler emotional begleitet hat.

Der suizid prägt unser gesamtes Familienleben, hat uns sensibler werden lassen. Das Thema Suizid kann gar nicht öffentlicher gemacht werden. Im November 2012 kam das Buch von Frau stülpnagel heraus - gerade zur rechten Zeit.

Die Firmung, darum geht es!

Die Pfarrerin die meine Kinder konfirmiert hatte schenkte es mir einen Tag nachdem mein 14jöhriger Zwilling Kann man wenn man evangelisch ist firmpate werden? in unserem Haus sein Leben nahm.

Das Buch von Frau stülpnagel trug ich monatelang mit mir herum. Es gab mir halt, war wie eine krücke. Genau dies Pfarrerin hat dann in der Gemeinde ein Netz gesponnen und wir fanden jeden Tag eine Suppe vor der tür oder einen Kuchen. Irgendwie war immer irgendwer der klingelte und uns Wege abnahm. Und ja, die Freunde haben sich halbiert. Die die uns aushalten können und die anderen.

Smalltalk funktioniert seitdem nicht mehr. Eine trauergruppe für kinder und Jugendliche an die wir uns Gewand haben für den Zwillingsbruders und die 4jahre ältere Schwester hat einen 4 monate später einen Infostand für die eltern der klasse meiner söhne in der schule gemacht und dann 3 projekttage zu diesem thema. Es gab eltern die aus furcht ihre kinder nicht daran haben teilhaben lassen. Deshalb ist ihr Artikel gut. Auch wir waren eine ganz normale Familie.

Jetzt sind wir demütiger und nicht mehr unbeschwert. Schön, in chrismon wieder von ihr zu lesen. Das eigene Leben bleibt stehen, nichts ist mehr so, wie es war.

Mein Bruder hat sich 1990 im Alter von 29 Jahren das Leben genommen. Ich habe damals nicht nur meinen Bruder verloren, sondern auch für viele Monate meine Eltern. Von daher meine Bitte: Vergesst die Geschwister nicht! Genau das hat meine Tochter auch gesagt. Sie schrieb zu dieser Zeit gerade eine Hausarbeit im Fach Erziehungswissenschaft und wählte das Thema Suizid- und dann? Sie recherchierte und fand zum Thema geschwistertrauer nur extrem wenig.

Ihr half der trauerbegleiter den ich für meinen Sohn primär gefunden habe, sehr. Obwohl ich meine Kinder dachte im Fokus zu haben, gelang es mir tatsächlich wahrscheinlich nur unzureichend.

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