Question: Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche?

Das Eherecht der katholischen Kirche geht davon aus, dass die Ehe eine von Gott gewollte natürliche Einrichtung (Institution) zwischen einem Mann und einer Frau ist. Die Ehe ist nach Lehre der katholischen Kirche und der orthodoxen Kirchen ein von Jesus Christus eingesetztes Sakrament.

Was kostet Heiraten in der katholischen Kirche?

Die eigentliche Eheschließung in der Kirche ist kostenlos. Es kann allerdings sein, dass dennoch Kosten anfallen. Dies ist beispielsweise möglich, wenn Sie für die Dekoration der Kirche eine Blumendeko wünschen oder die Gemeinde verlangt, dass Sie die Kosten für den Orgelspieler übernehmen.

Kann man sich Kirche zum Heiraten aussuchen?

Wenn Sie als Braut und Bräutigam nicht in derselben Kirchengemeinde Ihren Wohnsitz haben, so können Sie sich aussuchen, ob sie in der Gemeinde der Braut oder der Gemeinde des Bräutigams heiraten werden. ... Haben Braut und Bräutigam unterschiedliche Konfessionen, so müssen Sie sich für eine Kirche entscheiden.

Gebot: Du sollst nicht die Ehe brechen! In Wirklichkeit steht im Mittelpunkt des 6. Diese höchste Form der menschlichen Beziehung soll geschützt werden - und der Weg dorthin. Alle Sexualnormen der Kirche haben hier ihren Ursprung und ihre Berechtigung. Dieser Zusammenhang ist aus dem verkündeten Glauben weitestgehend verschwunden, auch wenn die Verbindung intuitiv noch spürbar ist.

Die Sexualnormen der Kirche scheinen irgendwie im luftleeren Raum zu schweben; scheinbar existieren sie nur, weil sie von der Kirche irgendwann einmal so festgelegt wurden. Normen haben aber niemals ihre Berechtigung nur deshalb, weil sie existieren. Alle Gebote und Vorschriften der katholischen Kirche haben eine Absicht: Das Glück der Menschen zu sichern, die sich an die Gebote halten wollen. Es wird also Zeit, die verborgenen Verbindungen zwischen Glück, Liebe, Ehe und der Sexualmoral der katholischen Kirche wieder hervorzuheben.

Bevor wir uns dem 6. Gebot zuwenden, möchte ich daran erinnern, was die Grundlage aller christlichen Moral ist. Nicht die Tatsache, dass Gott, Jesus oder die Bibel Normen verkündet, rechtfertigt die Gebote.

Bistum Trier

Viele - sehr viele - Menschen glauben, genauso würde Religion funktionieren: Gott erlässt Gebote, weil er eben ein Gebotsfanatiker ist. Und diese Gebote werden nicht hinterfragt, weil sie ja von Gott stammen. Dass jedes der Zehn Gebote keine willkürliche Festlegung Gottes ist, sondern alle einen Sinn haben - ein Gut schützen - und somit dem Menschen gut tun, ist heute leider nur selten bekannt.

Aber tatsächlich ist jede Norm! Es gilt also: Jede christliche Moral hat ihren Grund nicht in der Autorität Gottes, sondern in der Wirklichkeit. Ja: Die gesamte Moral der Kirche dient einzig und allein dem Glück und Wohl und Heil des Menschen. Sogar die gesamte Sexualmoral will nichts anderes, als eine erfüllte Sexualität, die dem Menschen Freude macht. Wer in einem alten Beichtbüchlein z. Alles nur inzwischen verstaubte Tradition. Lange Zeit war aber alles, was mit Ehe und Sexualität zu tun hatte, im Bewusstsein der Menschen völlig klar und eben nicht fraglich.

Auch heute erhalte Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche? zahlreiche Anfragen - oft per eMail - ob diese oder jene sexuelle Praxis in Ordnung sei; die fragenden Menschen sind oft gar nicht an einer grundsätzlichen Klärung interessiert, sondern wollen nur Gewissheit, dass sie nicht sündigen.

Das erspart eigenes Denken und gibt Verantwortung ab. Die mosaischen Gebote des Alten Testamentes sind eine solche kasuistische Gebots-Sammlung, die allein deshalb befolgt werden sollte, weil sie von Gott stammt. Wir Christen allerdings halten uns nicht mehr an das mosaische Gesetz; Jesus hat uns Freunde genannt, und nicht Knechte. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Allerdings sollte man zwischen dem mosaischen Gesetz dem Gesetz des Mose und dem göttlichen Gesetz unterscheiden: Das Gesetz Gottes, die Zehn Gebote, ist nicht überholt.

Es ist für alle Zeiten gültig. Genauso erspart eigenes Denken das einfache Aufstellen von Geboten und Verboten - ohne sie begründen zu müssen. Angeblich stehen sämtliche Moralvorschriften in der Bibel drin und sind somit ausreichend begründet. Weitere Begrüdnungen sind über den Nachweis, dass Gott es doch so angeordnet hat, nicht mehr nötig - und zum Teil auch nicht erwünscht.

Aber solch ein Gottesbild, das Gott als absolutistischen Gesetzgeber sieht, der nur Gehorsam verlangt ein solches Bild ist in vielen fundamentalistischen Kreisen verbreitetist nicht katholisch. Seine Hilfe zu einem erfüllten Leben besteht nicht darin, dass er überall Verbotsschilder aufstellt und Wegmarkierungen anbringt, sondern dass er uns die Augen öffnet und unsere Sinne schärft, damit wir den Weg selber erkennen und Schluchten, Treibsand und Sackgassen vermeiden, weil wir Gefahren verstehen und Gutes erkennen können.

Unser Blick sollte sich also nicht allein in die Anweisungen Gottes vertiefen, sondern auf die Wirklichkeit richten. Nicht Auswendiglernen von Geboten, sondern verstehen von Zusammenhängen ist das, was uns wirklich hilft.

Ich gebe zu, dabei keine allzu gute Figur gemacht zu haben: Ich hatte übersehen, dass mein Beitrag maximal 90 Sekunden dauern durfte - und die waren um, noch bevor ich einen Faden gefunden hatte.

Dabei hatte ich mir vorher diesen meiner Meinung nach schönen Gedankengang zurechtgelegt: Bei der katholischen Sexualmoral wird oft nur das gesehen, was verboten ist, aber kaum das, was durch die Verbote geschützt werden soll: Nämlich eine erfüllte Sexualität. Wie immer muss man sich jedoch klar machen, wie die Wirklichkeit beschaffen ist, bevor daraus Gebote, Normen und Moral abgeleitet werden.

Wer nicht weiß, was Sexualität überhaupt ist, kann weder von einer erfüllten Sexualität sprechen - noch Vorstellungen entwickeln, wie eine solche denn zu erreichen ist. Erinnert Euch: Moral ergibt sich aus der Wirklichkeit, nicht aus den Geboten und Verboten.

Erst muss man also die Wirklichkeit verstehen, um daraus die Gebote abzuleiten! In meiner Katechese zur habe ich entfaltet, dass Sexualität die Sprache der liebenden Beziehung ist. Das ergibt sich nicht von alleine, denn jede Sprache auch die Sexualität kann auch für Unsinn oder sogar Zerstörung von Beziehung missbraucht werden kann. Eine Sprache kann auch zum Selbstzweck werden - man redet, weil man Freude am Reden hat; aber ohne wirklich etwas zu sagen.

Aber die Sprache ist dann eben nur noch spaßig - aber nicht mehr erfüllt. Und irgendwann wird auch der Spaß langweilig - weil er keine Beziehung mehr zum Inhalt und zur Person hat.

Die katholische Sexualmoral hat als Ziel eine erfüllte Sexualtität. Natürlich ist die katholische Sexualmoral kein Kamasutra für besonders lustvollen Sex. Es geht ihr ja nicht um eine Technik zur Luststeigerung, sondern um die Erfüllung. Wer Sexualität praktiziert, um seine grenzenlose Liebe zu vermitteln, findet die Erfüllung, die derjenige ewig suchen wird, der diese sexuelle Erfüllung lediglich durch technischen Anleitung und Lust-Steigerungs-Mittel erzwingen will.

Er gesteht Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche? aus eigener Erfahrungdass jede noch so professionelle Technik, die er dort gelernt hat, nicht an die tiefe Erfüllung und Freude herangekommen ist, die ihm beim Anblick der Frau überströmte, die er geheiratet hat. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es kann nicht oft genug gesagt werden: Eine jede Norm der katholischen Sexualmoral will die sexuelle Erfüllung des liebenden Menschen schützen und bewahren; denn diese liegt nicht in der Art und Weise, wie er Sex hat, sondern in dem Sinn, den er durch die Sexualität vermitteln will: Der grenzenlosen Liebe und Selbsthingabe.

Bevor wir uns nun den einzelnen Gefahren widmen, die eine erfüllte Sexualität bedrohen, Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche? wir nun, nach den vorbereitenden Überlegungen, noch die letzte Frage Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche? Was soll durch das 6.

Das sechste Gebot

Nein, nicht nur die Ehe. Und Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche? sind nicht nur die Beziehungen gemeint, die Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche?

von Mensch zu Mensch knüpfen - sondern auch die, die wir zu Gott haben. Alles, worauf es in dieser Welt ankommt, ist eine Frage unser Fähigkeit, zu lieben. Und - nicht erst irgendwann, sondern schon hier auf Erden - eingeladen wird zum ewigen Hochzeitsmahl.

Auch die Verkündiger des christlichen Glaubens die Priester, Bischöfe, Lehrer und Katecheten haben eine gewisse Schuld dadurch, dass sie diesen Bereich in ihrer Verkündigung schlicht und einfach auslassen ein Mitbruder meinte zu mir, darüber können man einfach nicht mehr predigen. Ein Versäumnis allerdings, das auch aus einer Hilflosigkeit geboren wird: Viele verstehen selbst nicht so richtig, was eigentlich zu verkündigen wäre. Das tut man erst, wenn man verheiratet ist.

Und damit hätten die Kritiker vermutlich auch Recht. Sondern der eheliche Akt ist diejenige Ausdrucksweise von Liebe, die eine Ehe begründet. Die Pflicht, sich das Sakrament der Ehe vor einem Priester oder Diakon in der Kirche zu spenden, wurde erst im 16.

Jahrhundert eingeführt durch das Konzil von Trient - sie ist also noch keine 500 Jahre alt. Zuvor wurde eine Ehe so geschlossen, wie es ihrem Wesen entspricht: Durch die gegenseitige Willensbekundung der Eheleute und üblicherweise nachträglich auch durch den Segen des Priesters.

Nicht der Priester traut die Brautleute, sondern die Beiden trauen sich. Und auch heute noch gilt, dass sie sich das Sakrament in extremen Notsituationen auch gegenseitig spenden können, wenn kein Priester erreichbar ist. Nicht für den Staat, und auch nicht für die Kirche.

Und so, wie Winnetou und Old Shatterhand Blutsbrüder geworden sind, entsteht auch der Bund der Ehe durch gesprochene Worte und einer leiblichen Besiegelung. Mit anderen Worten: Wer mit einem anderen Geschlechtsverkehr hat, vollzieht das, was derjenige tut, der eine Ehe schließt.

Trauzeugen waren nur nötig, um die Gültigkeit der Ehe vor Gesetz besser beweisen zu können, allerdings war die Sprechung von Segen für die Ehe und die Hochzeitsnacht üblich. Warum wird heute die Ehe erst vor einem Priester bzw. Im wikipedia-Artikel zum Handfasting wurde es schon angedeutet: Eine klandestine Ehe - also eine Ehe, die heimlich oder zumindest nicht öffentlich geschlossen wurde - war zwar auch vor dem Gesetz gültig; aber was passierte, wenn einer der Ehepartner nachträglich bestritt, die zur Eheschließung notwendigen Handlungen tatsächlich vollzogen zu haben?

Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche?

Oder - was auch vorkam - wie wollte sich jemand wehren, dem von einer verschmähten Liebe diese Handlungen einfach nachgesagt wurden und eine Ehe somit nur behauptet wurde? Ohne Zeugen für die Eheschließung führten heimliche Ehe zu zahlreichen Fällen von bewusster und auch unbewusster Bigamie.

Denn aus diesem kleinen historischen Rückblick wird deutlich, dass rechtlich gesehen eine Ehe erst mit der Zeremonie in der Kirche bzw. Aber diese Regelung dient nur dem Schutz der Ehepartner, davon unberührt bleibt, dass vom Wesen her eine Ehe durch das gegenseitige Versprechen und dem Vollzug der Ehe also dem Geschlechtsverkehr begründet wird.

Warum verwehrt ihr Eurer Beziehung und Eurem Partner die Rechtssicherheit, die durch eine Eheschließung begründet wird? Wieso denn, wenn ihr Euch noch nicht sicher seid? Gelegentlich wird auch darauf hingewiesen, dass Brautpaare eine entsprechende Feierlichkeit noch nicht finanzieren können oder Zeit für die Vorbereitung brauchen.

Aber würde ein Abiturient sein Abitur verschieben, nur weil er sich noch keinen Anzug für die Abiturfeier leisten kann? Eine solche Akzentverschiebung legt nur noch Wert auf die äußere Hochzeits- oder Abiturfeier und opfert ihr das Eigentliche. Ist es möglich, Zärtlichkeit umzufunktionieren? Dem Geschlechtsverkehr eine selbstdefinierte Bedeutung zu Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche? - also z. Dieser Frage bin ich in der ausführlicheren nachgegangen.

In jedem Bett wird ein Versprechen gegeben. Ausgesprochen oder unausgesprochen, in jedem Fall ist es ein Versprechen, und deshalb macht sie sich Hoffnungen.

Allerdings haben wir uns inzwischen den Blick dafür verstellt, um das intuitiv zu erfassen. Wir denken dafür leider noch zu technisch - und meinen, es sei nur eine Art biologischer Schalter, den wir umlegen, wenn wir verhüten; angeblich bliebe doch das sexuelle Erleben davon unberührt. Einmal abgesehen davon, dass das schon allein hormonell nicht ganz korrekt ist je nach Verhütungsethode - Sexualität ist eben nicht Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche?

eine Technik. Und das, was die Sexualität erfüllt, ist doch gerade der Inhalt! Tatsächlich glauben wir, dass die Sexualität eine ganz andere Tiefe bekommt, wenn sie offen bleibt für die Mitwirkung an der Erschaffung von neuem menschlichen Leben. Natürlich wirkt sich die unverhinderte Fruchtbarkeit nicht technisch auf die sexuelle Lust aus.

Aber sie gibt allem, was sich die Eheleute aus Liebe gegenseitig schenken, einen tieferen Sinn: Aus geschenkter Liebe wird neues Leben! Letztlich ist es eben dieser Sinn, der die Erfüllung der Sprache und der Sexualität bewirkt. Aber ich gebe zu - das ist kein Argument. Sinn, Schönheit und Erfüllung lassen sich eben nicht argumentativ darlegen.

Wer sich aber auf das Zusammenwirken von menschlicher und göttlicher Liebe einlässt und die Einheit von körperlicher und spiritueller Ekstase erfahren möchte, kommt ohne die Frage nach diesem Sinn nicht weit. Daraus entnehmen wir, dass es eben nicht darum geht, den Geschlechtsakt auf die Produktion von Nachkommen zu reduzieren. Oft hört man nämlich auch aus dem Munde derer, die die katholische Moral rechtfertigen wollendass die eigentliche Begründung für das Verbot der künstlichen Empfängnisverhütung sei: Jeder Sex diene letztlich nur dem Zeugen von Kindern.

Nichts liegt der katholischen Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche? ferne als dieser leibfeindliche Gedanke - der zwar zu manchen Zeiten in der christlichen Gesellschaft Verbreitung gefunden hat, aber vornehmlich außerhalb der katholischen Kirche. Sonst wäre Sex im Alter oder an den unfruchtbaren Tagen der Frau nicht erlaubt - ein seltsamer Gedanke. Aber Gott hat diesen Ausdruck der Liebe mit der Gnade verbunden, an Seiner schöpferischen Liebe teilzuhaben. Leben ist Frucht der Liebe!

Der Liebe diese Frucht zu nehmen, heißt nicht nur, ihr einen unendlich kostbaren Inhalt zu rauben, sondern auch, Beziehung zu schenken, ohne die Welt zu verändern. Im Grunde ist die Frage, ob eine Ehe geschieden werden kann, keine Frage der Sexualmoral.

Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche?

Genauso wenig ist die Frage, ob man die Zahl Pi mit einem ganzzahligen Bruch ausdrücken kann, auch keine Frage der mathematischen Moral.

Entweder es geht - oder es geht nicht. Die Frage, ob eine Ehe geschieden werden kann, ist eine Frage, ob es zum Wesen der Ehe gehört, unauflöslich zu sein. Nun, die Antwort ist einfach: Für eine christliche Ehe gehört die Unauflöslichkeit wesentlich dazu; eine Ehe, die nur auf Zeit geschlossen wird, mag eine gültige staatliche Ehe sein - vielleicht auch eine orthodoxe oder protestantische Ehe oder sonst eine, aber sie ist keine christliche Ehe nach Auffassung der katholischen Kirche.

Menschen, die Sex nur so zum Spass haben wollen, glauben, sie könnten selbst definieren, was mit der Sexualität und dem Geschlechtsverkehr gemeint sei. Das gleiche glauben diejenigen, die eine Ehescheidung für angebracht halten, wenn die Eheleute ihre Ehe nicht mehr fortsetzen wollen. Sie definieren selbst, wie eine Ehe beschaffen sein soll - auflösbar oder unauflöslich.

Nach unserer Auffassung ist die Ehe die höchste Form der Beziehung zwischen zwei Menschen und Bild der Beziehung Gottes zu uns. Eine Ehe auf Zeit oder Abruf ist aber mit Sicherheit nicht die höchste Form - es gäbe also noch die höhere Form der unauflöslichen Ehe.

Klar - das bedarf Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche? längeren Erklärung und Erwägung. Diese habe ich wiederum in einer anderen Katechese versucht - in der. Das heißt im Klartext: Sexualität und Freude an der Zärtlichkeit, Orgasmus und Erregung sind nichts Schlechtes; genauso wenig wie Schokolade. Aber alle diese Früchte der Sexualität sind Dir nicht zur eigenen Befriedigung geschenkt worden ja, Du hast richtig gehört: Orgasmus ist ein Geschenk!

Sexualität soll anderen Deine Liebe ausdrücken; das ist seine Bestimmung. Nun gibt es Erwachsene, die sagen: «Ein junger Mensch muss seinen eigenen Körper kennenlernen und auch einmal ausprobieren können. Ich sollte vielleicht hier anfügen, dass diese Sicht der Selbstbefriedigung als Schokoladen-Klau auch bedeutet, dass es sich dabei nicht schon deshalb um eine besonders schlimme Sünde handelt, weil sie sexueller Natur ist.

Der Glaube und die Vermutung, dass Sünden gegen das Sechste Gebot besonders schlimme Sünden seien, hat Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche? auch psychologische Gründe - dem sollte aber widersprochen werden. Schließlich ist die Zweckentfremdung von guten Dingen aus egoistischen Gründen immer gleich schlecht. Sogar Thomas von Aquin der mit witzigen Äußerungen ansonsten sehr sparsam war schrieb: «Die Sünden gegen das 6. Gebot sind keineswegs die schlimmsten - aber die klebrigsten.

» Ob es sich bei einer Triebbefriedigung um einen schweren oder leichten Verstoß gegen die gute Bestimmung einer Sache handelt, sollte also vielmehr danach beurteilt werden, was zur Befriedigung der eigenen Triebe benutzt und evtl. Für die sexuelle Selbstbefriedigung gebe ich zu bedenken, dass die bewusste Führung des eigenen Körpers zum Orgasmus - zur eigenen Lustbefriedigung - der Missbrauch des höchsten Gutes ist, das wir Menschen haben.

Der Körper als Ausdruck der Liebe wird zum Mittel der Selbstliebe. Durch Selbstbefriedigung laufen wir Gefahr, abzustumpfen und - weil wir es irgendwann nicht mehr anders kennen - auch den Partner nur noch als Mittel zur eigenen Lustbefriedigung benutzen. Klar - sooo schnell stumpft man nicht ab und verlernt man nicht den Respekt vor anderen Menschen.

Das Sechste Gebot dient dem Schutz der Ehe und der Familie. Eine Ehe kann heutzutage durch viel Dinge bedroht und zerstört werden - nicht nur durch eine verirrte Sexualität. Wir dürfen mit unserem Blick auf die Sexualmoral der Kirche nicht übersehen, dass das 6. Gebot noch mehr von uns erwartet: Nämlich auch das aktive Schützen und Unterstützen der bereits bestehenden Ehen.

Was tun wir, um eine kriselnde Beziehung zu stärken? Helfen wir, indem wir Mut machen, aufbauen, zuhören, Zeit haben? Leben wir vor, dass jede Beziehung auch durch Verzicht, Versöhnung und Hingabe lebt? Bete ich für Eheleute und Familien? Auch unsere Sprache sollten wir überprüfen. Die manchmal vorsichtige Sprache mit Umschreibungen und Andeutungen dient der Wahrung des Heiligen - nicht etwa der Distanz zu Unheiligem!

Wichtig ist zunächst das Gewissen, Denken und Empfinden der Eheleute. Das sollten wir Priester und Theologen schulen - vor allem durch die Betonung von Sinn und Schönheit der Sexualität. Wir sind von Gott zur Liebe berufen; und diese Berufung Was bedeutet Ehe in der katholischen Kirche? ausdrücklich unseren Leib mit ein. Wer um diese Gnade weiß und sie zu schätzen gelernt hat, der braucht eigentlich keine Gebote mehr. Wahre Liebe ist der Beste Wegweiser zum Glück.

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