Question: Wann entstehen Bindungsstörungen?

Bindungsstörungen entstehen, wenn das Kind in den ersten drei Lebensjahren keine sichere Bindung zu einem erwachsenen Menschen entwickeln kann. Ein kleines Kind braucht neben der Versorgung mit Nahrung, Kleidung, Wickeln, usw. den Austausch – die Kommunikation – mit anderen Menschen.Bindungsstörungen entstehen, wenn das Kind in den ersten drei Lebensjahren keine sichere Bindung zu einem erwachsenen

Was brauchen Kinder mit Bindungsstörung?

Bindungsstörungen entstehen, wenn das Kind in den ersten drei Lebensjahren keine sichere Bindung zu einem erwachsenen Menschen entwickeln kann. Ein kleines Kind braucht neben der Versorgung mit Nahrung, Kleidung, Wickeln, usw. den Austausch – die Kommunikation – mit anderen Menschen. Wann entstehen Bindungsstörungen?

Beziehungsraum Mutterleib Einblick in die Entwicklung des vorgeburtlichen Kindes Christl R. Vonholdt Was geschieht während der ersten neun Monate im Mutterleib? Läuft die Entwicklung, genetisch gesteuert, mehr oder weniger von alleine ab? Welche Rolle spielt die Umgebung, die Mutter und ihr Umfeld und die Qualität der Beziehung zwischen Mutter und Kind?

Sobald es Zellen gibt, sind sie lebendig, nehmen wahr, reagieren auf die Umwelt und üben auch schon Funktionen aus.

Wann entstehen Bindungsstörungen?

Und nur in der Beziehung entwickelt sich das Kind, dabei ist viel weniger festgelegt, als man vermuten könnte. Lange glaubte man, die vorgeburtliche Entwicklung sei vor allem genetisch gesteuert. Heute wissen wir, dass Gene nur Optionen bereitstellen. Gene sind die Bedingungen für das Entstehen von Eiweißstoffen. Sie müssen aber zur Genexpression angeregt werden, können an- oder abgeschaltet werden. Der Stimulus dafür kommt jeweils aus der Umwelt. Von Anfang an gehören strukturelle und funktionelle Entwicklung zusammen, sie beeinflussen sich gegenseitig.

Verbundenheit mit seiner Umgebung erlebt das Kind auf zahlreichen Wegen: Über seine Sinnesorgane, durch die Nabelschnur Plazentaaber auch auf anderen, noch weniger erforschten Wegen.

Die Entwicklung der Sinnesorgane Tastsinn und Berührung Im Alter von etwa acht Wochen reagiert der Embryo er ist 2,5 cm großwenn seine empfindlichen Lippen etwas berühren. Ab etwa dieser Zeit kann man bei ihm gezielte, intentionale Bewegungen erkennen.

Wenn Mutter oder Vater ihre Hand liebevoll auf den Bauch der Mutter legen, spürt das Kind diese Berührung und bewegt sich zuverlässig zu jener Seite, an der die Hand von außen aufliegt. Wie Tests zeigen, beeinflussen die Ernährungsgewohnheiten der Mutter das Geschmacks- und Geruchsempfinden des Kindes.

Isst die Mutter beispielsweise viel Anis während der Schwangerschaft, bevorzugt das Kind auch Wann entstehen Bindungsstörungen? der Geburt den Anisgeruch und -geschmack. Außerdem riechen die Brustwarzen der Mutter nach bestimmten Pheromonen Duftstoffendie auch im Fruchtwasser enthalten sind. Dies gibt dem Kind Sicherheit und stärkt sein Vertrauen in die noch unbekannte, nachgeburtliche Welt. Für das Kind bedeutet es: Alles ist in Ordnung, ich kenne mich aus. Ich weiß, wo es Nahrung gibt und deshalb kann ich leben.

Hören Das ungeborene Kind reagiert auf zahlreiche Geräusche; leise Töne scheint es zu genießen, bei lauten zieht es Wann entstehen Bindungsstörungen?

erschreckt zusammen oder strampelt wild um sich.

Bindung und Bindungstheorien nach Bowlby

Es kann freundliche von aggressiven Stimmen unterscheiden. Neugeborene schreien weniger und schlafen besser, wenn man ihnen eine Wann entstehen Bindungsstörungen?

mit dem mütterlichen Herzschlag vorspielt. Das Vertraute gibt ihm Sicherheit. Am liebsten hören Kinder nach der Geburt die Stimme ihrer Mutter. Sie kennen sie schon gut. Dabei spielen auch die vertraute Klangfarbe und Sprachmelodie der Muttersprache eine Rolle. Vorgeburtlich hören Kinder die mütterliche Stimme nicht nur von außen, sondern auch über die Wirbelsäule und das Becken der Mutter.

Dieses ist wie ein Resonanzkörper; es gerät bei genau jener Frequenz in Schwingung, die der Frequenz einer Frauenstimme entspricht. Auch die Stimme des Vaters erkennt das Neugeborene als eine vertraute wieder. Aufgrund seiner niedrigeren Frequenz wird die männliche Stimme als etwas von außen Kommendes vorgeburtlich besonders gut wahrgenommen. Die liebevolle Anteilnahme des Vaters am Wohlergehen von Mutter und Kind und seine emotionale und finanzielle Unterstützung sind eine wesentliche Ressource für die Mutter.

Sie kann entspannen — und das Ungeborene kann es dann auch. Auch in der Gedanken- und Gefühlswelt der Mutter kommt der Vater vor — positiv oder negativ — beides überträgt sich auf Wann entstehen Bindungsstörungen?

Kind. Untersuchungen zeigen: Wenn Paare schon während der Schwangerschaft ihr ungeborenes Kind in die gemeinsame Vorstellungs- und Beziehungswelt mit einbeziehen, geht es dem Kind später besser: Im Kleinkindalter kann es Konflikte effektiver und flexibler lösen und zeigt weniger aggressives Verhalten.

Gerald Hüther und Inge Krens beschreiben, was sicher nachgewiesen werden konnte: Wenn Föten im Alter von 19 Wochen einem schmerzhaften Eingriff ausgesetzt sind, z. Wenn Kinder zwischen der 21. Schwangerschaftswoche abgetrieben werden, können sie hörbar schreien. Anfangs über das mütterliche Gewebe direkt, danach über die Nabelschnur gibt die Mutter ihr Wohlbefinden z.

Allerdings ist die Nabelschnur nur ein Weg, auf dem Mutter und Kind miteinander kommunizieren. Wenn sich die Mutter z. Alle Stresshormone überschreiten ohne Probleme die Plazentaschranke und stimulieren im Fötus die physiologische Reaktion auf genau dieses Gefühl von Angst und Furcht. So wird von Föten berichtet, die unter solchen Bedingungen erstarren, andere strampeln wild um sich. Nimmt der Stress allerdings überhand oder wird er chronisch, kann es zur Fehlregulierung oder zum Zusammenbruch der Stressachse kommen.

Übermäßige vorgeburtliche Belastungen zwingen das sich entwickelnde Gehirn zu funktionellen und strukturellen Anpassungen, wodurch auch im späteren Leben die Stressempfindlichkeit eines Menschen erhöht sein kann.

Wann entstehen Bindungsstörungen?

Ebenso beeinträchtigt können später die Lernfähigkeit und das Neugierverhalten sein. Die Stresshormone Kortisol und Adrenalin führen zudem zu einem Zusammenziehen der Blutgefäße, was die Sauerstoffzufuhr beim Kind beeinträchtigt und den fötalen Stress weiter erhöht. Die Wege, auf denen sich die Mutter mitteilt, sind nicht nur hormonell, wie dieses Beispiel von Ulfried Geuter zeigt: Denkt eine rauchende Mutter an die nächste Zigarette, ohne sie zu rauchen, führt die Reaktion der Mutter zu einer unmittelbaren Stressreaktion beim Kind: Sein Herzschlag beschleunigt sich.

Neugeborene von Müttern, die im letzten Drittel der Schwangerschaft depressiv waren, zeigen, genau wie ihre Mütter, die für Depressionen typischen physiologischen Veränderungen im Blut: erhöhtes Kortisol, erniedrigtes Dopamin.

Das Ungeborene ist also schon mit dem Reaktionsmuster Depression vertraut. Möchte Wann entstehen Bindungsstörungen? Mutter das nicht, aus welchen Gründen auch immer, belastet das die Bindung zum Kind. Mehr noch als bewusste Kontakte spielen aber wohl unbewusste Anteile in der Beziehung zwischen Mutter und Kind eine Rolle.

Wir müssen davon ausgehen, dass auch Empfindungen, Gefühlszustände und vielleicht sogar Bilder und Vorstellungen kommuniziert werden, die dem Bewusstsein der Frau nicht zugänglich und darum auch nicht kontrollierbar sind. Auf der organischen Ebene spielen möglicherweise Spiegelhormone eine Rolle. Sie sind schon direkt nach der Geburt in Funktion. Heute wissen wir, wie stark das Kind mit seiner Mutter verbunden ist und wie stark die Gehirnentwicklung von den vielen vorgeburtlichen Erfahrungen abhängig ist, die es macht.

Strukturelle und funktionelle Entwicklung gehen dabei Hand in Hand. Das Grundprinzip der menschlichen Entwicklung ist die Zunahme der Komplexität. Der menschliche Organismus entwickelt sich nicht, wie man im 19. Jahrhundert meinte, vom Niedrigen zum Höheren, sondern ist immer nur in Weiterentwicklung. Neues kann im Gehirn nur verankert werden, wenn es an Älteres anknüpfen kann. Auf der funktionellen Ebene bedeutet es für das Kind das Gefühl 35: Es ist gut.

Ich habe etwas dazu gelernt. Ich bin dadurch gewachsen und reifer geworden. Das hat mich stärker gemacht. Ich habe gelernt, dass ich Herausforderungen meistern kann. Das gibt mir Vertrauen und Sicherheit und macht gleichzeitig Lust, weiter Neues dazu zu lernen.

Lust, neue Erfahrungen zu machen und dazuzulernen, ist eine wesentliche Voraussetzung für Entwicklung. Besonders sichtbar wird das beim Kleinkind, das normalerweise mit großer Freude und Eifer immer etwas Neues Wann entstehen Bindungsstörungen? lernt. Diese Fähigkeit kann beeinträchtigt sein, wenn das ungeborene Kind mit vielen belastenden Signalen überflutet wird, die sein kleines Gehirn nicht verarbeiten kann.

Die im Gehirn sich ausbreitende Unruhe kommt möglicherweise dann nicht mehr zur Ruhe. Je nach Schwere der anbrandenden Stressoren und auch abhängig von der genetischen Ausstattung des Kindes, gewöhnt sich das Kind entweder an die Störung oder kämpft immer wieder mit der Überforderung.

Sein Gehirn wird dadurch aber Wann entstehen Bindungsstörungen? Wann entstehen Bindungsstörungen? aufgebaut und die Verschaltungen etwas anders gelegt, als es ohne die Belastungen gewesen wäre. Das muss nicht immer zum Nachteil des Kindes sein, bei größeren Belastungen ist es das aber doch. Sie lassen sich emotional leichter oder schwerer erregen.

Wir müssen davon ausgehen, dass es intrauterine Bedingungen und Faktoren gibt, die diese Entwicklung fördern bzw. Wann entstehen Bindungsstörungen? Kind reagiert nicht nur, sondern ist selbst aktiv und nimmt auf seine eigene Weise — aufgrund seiner Genausstattung und aufgrund seiner ihm ureigenen, einmaligen Lebendigkeit — am vorgeburtlichen Beziehungsgeschehen teil.

Es gibt niemals ein einfaches Ursache-Wirkung-Prinzip. Dazu ist menschliche Entwicklung zu komplex, zu vielschichtig, und viele Faktoren sind noch unbekannt.

Im Einzelfall lässt sich deshalb auch nicht vorhersagen, wie sich bestimmte vorgeburtliche Belastungen auf ein Kind auswirken.

Das Gute ist: Das Gehirn kann lebenslang hinzulernen. Wesentliche Strukturen im Vorderhirn sind erst im Alter von etwa 25 Jahren ausgereift, die funktionelle Entwicklung hält lebenslang an.

Anschaulich zeigen das die beiden folgenden Beispiele, Wann entstehen Bindungsstörungen? denen Psychotherapeuten von vorgeburtlicher Traumatisierung ausgehen: Bettina Alberti berichtet von einem Fall, den der Psychoanalytiker und Pränatalforscher Ludwig Janus 40 auf einem Kongress vorstellte: Ein achtjähriger Junge litt Zeit seines Lebens an Erbrechen, ohne dass eine organische Ursache gefunden werden konnte.

Er wurde deshalb an einen Psychotherapeuten verwiesen. In Bildern malte er immer wieder sich selbst schlafend auf dem Grund eines tiefen Brunnens. Durch Gespräche mit der Mutter und die Arbeit mit seinen Bildern stellte sich heraus, dass die Mutter Wann entstehen Bindungsstörungen?

hatte, ihn mit einer giftigen Flüssigkeit Wann entstehen Bindungsstörungen?, als sie im fünften Monat schwanger war. Danach entschied sie sich für das Kind und nahm liebevoll eine Beziehung zu ihm Wann entstehen Bindungsstörungen? — die traumatische Erfahrung war im Jungen aber gespeichert und noch unverarbeitet.

Nachdem er in der Therapie die Erfahrung verarbeiten konnte, hörte das Erbrechen auf. Weder mit den Adoptiveltern noch mit den gleichaltrigen Kindern konnte er eine Beziehung aufnehmen; er litt unter panischen Ängsten, dem Gefühl, wie tot zu sein und, wie sich dann in der Therapie herausstellte, unter einer unendlichen inneren Verlassenheit.

Aus der Vorgeschichte ergab sich, dass die leibliche Mutter sich schon früh in der Schwangerschaft entschieden hatte, den Jungen nicht bei sich zu behalten. Es kam dann zu einer erschwerten und verlängerten Geburt, danach wurde das Kind gleich von der Mutter getrennt. Sein Verhalten und Erleben weisen darauf hin, dass er bereits während der pränatalen Zeit in seiner Entwicklung in einem wesentlichen Bereich gestört, beziehungsweise unterbrochen wurde.

Zum Glück konnte der Junge durch die therapeutische Arbeit und die Wann entstehen Bindungsstörungen? Beziehung Schritt für Schritt seine innere Verlassenheit aufgeben und Beziehungen zu anderen aufnehmen.

Orientierung am Kind Der Mensch wird nicht Mensch, sondern ist es von Anfang an. Seine körperliche, seelische und soziale Entwicklung sind nicht voneinander zu trennen, sondern bilden von der Befruchtung an eine komplexe Einheit. Macht es einen Unterschied, ob ein Kind in die Gebärmutter einer fremden Frau eingepflanzt Wann entstehen Bindungsstörungen?, die sich keine Wann entstehen Bindungsstörungen?

zum Kind leisten kann? Macht es einen Unterschied, ob ein Kind nach der Geburt dann wieder eine Trennung erlebt? Jede Unterbrechung und Trennung in der frühen Lebenszeit, so Peter Fedor-Freybergh, ist ein Wann entstehen Bindungsstörungen? Stressmarker für das sich entwickelnde Gehirn, der sämtliche Entwicklungsprozesse negativ beeinflusst. Die vorgeburtliche empirische Forschung dagegen bestätigt, was wir aus der frühkindlichen Bindungsforschung schon wissen: Ein Kind braucht, gerade auch vorgeburtlich, zuerst und zuallererst Verbundenheit, Schutz und Sicherheit, Kontinuität und Bindung.

Dies sind Grundvoraussetzungen für Vertrauen und Geborgenheit und damit für die Entwicklung einer möglichst stabilen Identität. Alle Trennungen, Stress und Unruhe beeinflussen über anflutende, vom kleinen Kind nur mühsam oder nicht zu bewältigende Erregungsmuster in negativer Weise die Entwicklung seines kleinen Gehirns.

Verbundenheit kommt da zustande, wo die Mutter und ihr ganzes Umfeld, auch der Vater und die Gesellschaft, liebevoll fragen, Wann entstehen Bindungsstörungen? das Kind braucht. Soweit nicht anders angegeben, beruhen die wesentlichen Informationen im Text auf diesem Buch.

Mit freundlicher Erlaubnis des Beltz Verlages. In: Psychologie heute 2003, Heft 1, S. Woche, so die derzeitige Erkenntnis, kann man das ungeborene Kind lächeln sehen.

Seine Bewegungen nehmen zu, der Herzschlag erhöht sich sofort — viel zu früh für eine rein hormonelle Reaktion, die einige Sekunden dauern würde. The Art and Science of Parenting from Conception through Infancy. Dort im englischen Original zitiert. Die Wiedergabe ist hier leicht gekürzt.

Arbeitsschwerpunkte: Identität, Identitätsentwicklung, Bindungstheorien, Sexualität, Auseinandersetzung mit den Gender-Theorien und christliche Anthropologie.

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