Question: Was bedeutet Scham für mich?

das Gefühl, bloßgestellt zu werden oder zu sein, Scheu, Verlegenheit, ahd. scama Beschämung, Zerknirschung, Bestürzung, Schande (8. Jh.), mhd. schame, auch Ärgernis und (verhüllend, wie noch heute) Geschlechtsteile, asächs.

Was bedeutet schäme dich?

schwaches Verb – 1. Scham empfinden; 2. sich aus Scham nicht überwinden …

Wie schreibt man schäm dich?

schäm dich, so etwas zu sagen!; sich einer Sache s. Scham über eine Sache empfinden; er schämt sich seiner Armut nicht; du brauchst dich dessen nicht zu s. 2.

Scham verstehen, Würde erhalten

Michaela Vidláková kommt 1936 als Michaela Lauscherová in Prag zur Welt. Drei Jahre später marschieren deutsche Truppen ein - die Tschechoslowakei existiert nicht mehr.

Es ist der Beginn einer furchtbaren Leidenszeit für jüdische Familien wie die Lauschers: Zunächst werden sie entrechtet und mit Verboten schikaniert, schließlich deportiert man sie Was bedeutet Scham für mich? das Theresienstadt. In Theresienstadt lernt sie die deutsche Sprache von einem Jungen aus Berlin. Seine Spur verliert sich in Auschwitz.

Was bedeutet Scham für mich?

Seit vielen Jahren sucht sie den Kontakt zu deutschen Schülern - wie hier im sächsischen Pirna. Bereits Anfang der 1960er Jahre sind sie von den Deutschen, und zwar von den Mitgliedern der Aktion Sühnezeichen, als eine der ersten Juden in der Tschechosowakei kontaktiert worden. So begann die jahrelange Zusammenarbeit. Vidláková führt das Lebenswerk ihrer Eltern fort.

Sie engagiert sich unter anderem bei Aktion Was bedeutet Scham für mich? und in der. Dafür wird sie im November 2009 mit dem Lothar-Kreyssig-Friedenspreis ausgezeichnet.

Michaela Was bedeutet Scham für mich? lebt nach wie vor in Prag, dort hat sie Was bedeutet Scham für mich? promovierte Naturwissenschaftlerin gearbeitet, dort findet auch das Gespräch statt. Michaela Vidláková: Die Deutschen waren für mich bis in die siebziger Jahre die Täter, die Mörder. Von politischer Seite her kam auch wenig, kein Eingeständnis der historischen Schuld. Willy Brandt war mit seinem Kniefall in Warschau die große Ausnahme, aber er hatte ja von Beginn an gegen die Nazis gekämpft.

Vidláková: Meine Eltern und vor allem Lothar Kreyssig haben mich überzeugt, dass es nun eine neue Generation ist, die natürlich keine Schuld für die Vergangenheit hat. Nach dem Krieg engagierte er sich in der evangelischen Kirche und gründete die Aktion Sühnezeichen.

Vidláková: Kreyssig und meine Eltern sagten sinngemäß: Schau, nun kommen die ersten Schwalben, ausgerechnet die, die nichts getan haben, zeigen Reue, wollen aufarbeiten und versöhnen. Es wurde mir klar: 80 Millionen Deutsche werden es nicht sein, aber wenn es ein paar Tausende sind, dann sollte man sie unterstützen.

Er sagte dann: Ihr tragt keine Schuld. Ihr tragt jetzt aber die Verantwortung für die Zukunft. Das sage ich den Schülern inzwischen auch. Das ist eine normale Reaktion und sie ist richtig: Scham bedeutet, sich zuständig zu fühlen.

Was bedeutet Scham für mich?

Und wenn man sich zuständig fühlt, wird man dafür sorgen, dass so etwas nicht vergessen wird - und nicht mehr passiert. Dieser grauenhafte schwarze Fleck bleibt in der deutschen Geschichte. Man kann an der Vergangenheit nichts ändern.

Also muss man etwas für die Zukunft tun. Haben Sie Sorge, dass Deutschland wieder rechtsextrem abdriftet? Vidláková: Ich glaube es zwar nicht, aber man darf die Entwicklung auch nicht unterschätzen: Deutschland ist ja schon einmal zur Diktatur verkommen.

Adolf Hitler hat klein angefangen und binnen weniger Jahre eine Demokratie abgeschafft.

#32 Ben Sattinger packt aus: YouTube

Die Demokraten sollten nicht mehr lange damit warten, sondern sich wehren. Haben Sie einen Rat, was man dagegen tun kann? Vidláková: Neben einer eindeutigen politischen Positionierung ist es vor allem notwendig, dass die Nichtjuden mehr über das erfahren. Die wenigsten Leute kennen Juden persönlich. Für viele wirkt es so, als ob unsere Religion etwas Geheimnisvolles wäre.

Was bedeutet Scham für mich?

Genau das wollten die Nazis ja: Die Juden als minderwertige und verschlagene Rasse darstellen, die Deutschland aussaugt und eine Weltverschwörung plant. Diese Vorurteile durch bessere Kenntnisse zu beseitigen, das ist ein wichtiger Weg im Kampf gegen Antisemitismus. Oft bin ich der erste jüdische Mensch, den sie treffen. Die Geschichte der Juden in Deutschland besteht nicht nur aus. Ich halte es für enorm wichtig, dass gerade die Jugend erfährt, wie sehr deutsche Juden die deutsche Gesellschaft und Wissenschaft geprägt und vorangebracht haben.

Die wenigsten jungen Leute wissen, dass Albert Einstein deutscher Jude war. Im Ersten Weltkrieg sind überdurchschnittlich viele deutsche Juden gefallen, sie starben für ihr Vaterland. Vor der Nazi-Zeit waren die Juden ein selbstverständlicher Bestandteil der Gesellschaft - hier in Prag war das nicht anders.

Diese historische Phase muss den jungen Menschen genauso nähergebracht werden. Solche Aussöhnungs- und Geschichtsarbeit wird von Vereinen ermöglicht, die der deutsche Staat intensiver fördern sollte. Leider werden Zuschüsse eher gestrichen - ich halte das für einen großen Fehler.

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