Question: Was bringt uns das Lachen?

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Das Lachen ist uns angeboren. ... Ein fröhliches Lachen über eine komische Situation oder einen Witz macht glücklich und ist auch gesund. Lachen entspannt den Körper und produziert Glückshormone. Es hilft uns, schneller gesund zu werden und vertreibt Angst.

Seit über fünfzig Jahren beschäftigt sich eine eigene Wissenschaft ganz ernsthaft mit dem Was bringt uns das Lachen?. Alles über den Zwischenstand der Erforschung eines menschlichen Rätsels.

Die Sauerstoffversorgung steigt, der Stoffwechsel wird angeregt. Wenn wir fertig gelacht haben, werden Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin abgebaut, und das Glückshormon Endorphin wird ausgeschüttet.

Wir fühlen uns erschöpft, aber entspannt und glücklich. Es fördert damit die Durch­blutung und senkt den Blutdruck. Wer mit menschlichem Leid zu tun habe, verbiete sich oft das Lachen. Dabei sei eine humorvolle Atmosphäre für Patienten und Personal gleichermaßen günstig. Der Zürcher Humorforscher Willibald Ruch setzte 77 Testpersonen in Eiswasser.

Jene, die echtes Lachen oder Lächeln zeigten, harrten länger aus. Deshalb kriegt man dabei auch oft feuchte Augen. Dabei bemerkte er: Nach zehn Minuten herzhaftem Lachen konnte er zwei Stunden schmerzfrei schlafen. Der Belgier machte das für seine Doktorarbeit. Er saß also da, trank, beobachtete und notierte. Vor allem aber zählte er. Er zählte die Männer und die Frauen im Raum. Er zählte, wie groß die Gruppen waren, die sie bildeten.

Was bringt uns das Lachen?

Und er zählte, wie oft Männer und Frauen jeweils lachten. Was er entdeckte: Je größer die Gruppen waren, desto mehr wurde gelacht mehr in:. Und unabhängig von der Gruppengröße: Frauen lachten mehr als Männer. Mit Untersuchungen wie diesen versuchte Marc Mehu, heute Professor für Psychologie an der Wiener Webster University, besser zu verstehen, was es mit dem Lachen eigentlich auf sich hat. Lachen aktiviert 135 Muskeln im Körper Siebzehn Muskeln werden beim Lachen allein im Gesicht aktiviert — Was bringt uns das Lachen?

zwar blitzschnell: Den Anfang machen die Muskeln um die Augen herum. Es folgen Zygomaticus major, der uns die Mundwinkel hochzieht, und seine Kollegen der Mundmuskulatur, Halsmuskeln, Was bringt uns das Lachen? und Rippenmuskeln sowie das Zwerchfell. Das ist eine jenerdie Menschen haben, egal ob sie wollen oder nicht — so wie Weinen, nur lustiger.

Auf Ultraschallbildern sieht man sogar schon Embryos lächeln. Etwa fünf, sechs Monate nach der Geburt — also noch vor dem Sprechen — ist es dann da: dieses Glucksen, diese seltsamen, sich wiederholenden Laute, die wir ausstoßen. Die Bandbreite des Lachens ist gewaltig.

Es reicht von gackerndem Babylachen bis zu lautstarkem Was bringt uns das Lachen?, vom Gekicher über das Zirpen, Trillern, Zwitschern und Glucksen, vom Grunzen, Keuchen oder Husten bis zu Tante Angelikas hemmungslosem Gewieher nach dem Nachmittagsgrappa mit Kaffee. Unser Lachen ist eine ganz spezielle Form der Kommunikation: Wir nützen es, um andere zu ermuntern oder zu erniedrigen, sie zu düpieren oder ihnen zu schmeicheln.

Wir drücken damit Freude oder Hohn aus, Aufregung oder Angst ebenso wie Verlegenheit. Lies mehr dazu in Lachen erforschen ist nicht lustig Schon seit Aristoteles im antiken Griechenland des vierten Jahrhunderts vor Christus beschäftigt das Lachen die Philo- sophen. Aber wenige so umfassend wie den Deutschen Lenz Prütting. Der heute 79-jährige Theaterwissenschaftler und Philosoph wollte eigentlich nur einen Essay über das Wesen der Komik schreiben.

Als Theaterdramaturg wollte er wissen, wie Pointen funktionieren, mit welchen Tricks man das Publikum zum Lachen bringt. Am Ende forschte er zehn Jahre am Thema und verfasste ein knapp 2. Dafür Was bringt uns das Lachen? es eine erkenntnisreiche Reise durch Philosophie- und Kulturgeschichte, erklärt die Formen, Ursachen und Wirkungen des Lachens und listet die vielen Rituale auf, die wir Menschen rund ums Lachen entwickelt haben.

Für Prütting hatte diese Arbeit auch einen interessanten Nebeneffekt: Er selbst lacht jetzt deutlich weniger. Es gibt Ge- lächter, das hält er fast nicht mehr aus. Das hat es mit dem Weinen gemeinsam — und mit der Wut. Auch diese beiden Gefühlsausbrüche hören in der Regel nicht in der Sekunde auf, sondern sie verrauchen, verpuffen, schlafen langsam ein.

Es gibt also echtes und falsches Lachen, und Menschen sind erstaunlich gut darin, beides zu unterscheiden. Wir entwickeln mit dem Alter eine Lach-Hemmschwelle Kinder lachen bis zu 400-mal, Erwachsene gerade 15-mal am Tag. Mit dem Alter scheinen wir so etwas wie eine Lach-Hemmschwelle aufzubauen.

Sie & Er: Was bringt uns eigentlich zum Lachen?

Dazu kommt: Kinder sind erheblich kitzliger als Erwachsene. Kitzeln ist im Zusammenhang mit der Lachforschung übrigens ein wichtiges Stichwort. Klar sei, dass hier durch den Kontakt über die Haut eine gewisse Erregung entsteht, die zum Teil angenehm ist, aber nicht nur.

Und auch hier ist das Lustgefühl enorm. Lachen lehrt uns den Umgang mit Widersprüchen Ganz ähnlich funktioniert laut Rainer Stollmann das Lachen generell. Durch seine befreiende, versöhnliche Wirkung schaffe ein solches Lachen lockere, autonome Was bringt uns das Lachen?. Und gegen Angst wirkt es genauso. Ratten sind kitzlig Aber woher kommt das Lachen ursprünglich? Welchen Sinn hatte es in der Entwicklung des Homo sapiens?

Evolutionsbiologen sagen: Es muss uns einen Vorteil beschert haben, obwohl wir deshalb die Kontrolle über uns verlieren.

Was bringt uns das Lachen?

Wenn du etwas über die Entwicklung des Lachens herausfinden willst, kannst du nicht wie die Archäologen mit der Schaufel nach Scherben der Was bringt uns das Lachen? graben. In den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler also eine ganze Menge Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen und Bonobos gekitzelt. Sie haben die Laute, die die Tiere dabei von sich gaben, aufgezeichnet und ausgewertet.

Sie haben sie mit jenen von Menschen verglichen und tatsächlich Ähnlichkeiten gefunden. Mittlerweile übrigens auch bei Ratten. Ja, die haben Was bringt uns das Lachen? ebenfalls gekitzelt. Und deshalb sind mittlerweile doch einige Dinge über die Entstehung des Lachens gesichert.

Wir wissen zum Bei­spiel, dass das Lachen bereits vor 10 bis 16 Millionen Jahren entstanden ist. Lan­ge bevor sich die Entwicklung des Homo sapiens von jener der Menschenaffen ge­trennt hat. Die neuronalen Netzwerke fürs Lachen befinden sich auch in sehr alten Regionen unseres Gehirns. Auf diese Art wurde das Lachen zum Bestandteil der Sprache und zu einer Spielart sozialer Intelligenz. Wenn Men­schen über das Gleiche lachen wie wir, fühlen wir uns mit ihnen verbunden.

In größeren Gruppen macht es schnell Was bringt uns das Lachen?, wer ähnlich tickt. Und es ergibt karriere­technisch erwiesenermaßen Sinn, über die Witze von Vorgesetzten zu lachen. Lachen kann den anderen auch dazu motivieren, mehr von sich preiszugeben — so kann man ihn besser kennenlernen.

Gerade Frauen, so die Wissenschaft, nüt­zen das unbewusst, um potenzielle Part­ner besser einschätzen zu können. Bild: Tina Herzl Wie hole ich mir mein Lachen zurück? Als Kinder lachen wir 400-mal, als Erwachsene nur noch 15-mal pro Tag. Wir werden in ein System gepresst, in dem Leistung, Erfolg und Pflicht zur Maxime erhoben werden.

Das Lachen muss in den Berufsalltag einkehren. Ich habe als Apothekerin Verantwortung für meine zehn Mitarbeiter. Deshalb lachen wir auch am Arbeitsplatz so oft wie möglich, gern auch ohne Grund. Wenn wir jemanden sehen, der lächelt, dann spiegelt das unser Körper quasi.

Es gibt Studien, wonach zehn Minuten Lachen mehr Kalorien verbrennen als zehn Minuten Radfahren. Lachend Rad fahren wäre also der Kalorienkiller schlechthin! Kann man vor Lachen sterben? Ein Mechanismus in unserem zwingt uns, Luft zu holen, bevor wir vor Lachen zu ersticken drohen.

Nicht nur das Lachen eines anderen Menschen, sondern auch seine Empfindungen wie Schmerz oder Freude können sich auf uns übertragen. Das liegt an den sogenannten unseres Gehirns. Es sind diese Spiegel­neuronen, die uns überhaupt erst zu mitfühlenden, sozialen Wesen machen. Einer Londoner Studie zufolge reagiert Was bringt uns das Lachen? Gesichtsmuskulatur auf positive Signale wie eben sogar stärker als auf negative Reize wie zum Beispiel zorniges Geschrei. Deswegen lächeln wir oft sogar unbe­wusstwenn wir andere lachen sehen.

Und wenn viele Leute lachen, lachen wir am Ende ganz sicher auch. Nach eben­ diesem Prinzip funktioniert übrigens.

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