Question: Was hat Mary Ainsworth hinsichtlich der Bindungstheorie erreicht?

Das Konzept der Feinfühligkeit der Bindungsperson gegenüber den Signalen des Kindes wurde von Mary Ainsworth durch ihre Forschungsarbeiten entdeckt. ... Unter diesen Voraussetzungen entwickelt das Kind eine sichere Bindung an die Mutter.Das Konzept der Feinfühligkeit der Bindungsperson gegenüber den Signalen des Kindes

Was ist eine Bindung?

Bindung ist definiert als eine enge und überdauernde emotionale Beziehung von Kindern zu ihren Eltern (und anderen Bezugspersonen).

Was ist das Bindungssystem?

Das Bindungssystem stellt ein primäres, genetisch verankertes System dar, zwischen der primären Bezugsperson (meist Mutter) und dem Säugling. Es wird nach der Geburt aktiviert und hat eine überleben-sichernde Funktion. Das Hormon Oxytocin spielt hierbei eine wesentliche Rolle.

Welche Bindungstypen gibt es laut der Theorie von John Bowlby?

Daraus leitete Ainsworth ab, dass es vier verschiedene Bindungstypen gibt:Bindungstyp A: die unsicher vermeidende Bindung. ... Bindungstyp B: die sichere Bindung. ... Bindungstyp C: die unsicher-ambivalente Bindung. ... Bindungstyp D: die unsicher-desorganisierte Bindung.

Was hat Resilienz und Bindung zu tun?

Bindung ist eine der sieben Säulen der Resilienz. Sie ist sowohl eine Grundhaltung, als auch ein wichtiges, menschliches Bedürfnis. Bindung bezieht sich auf soziale Beziehungen. Sowohl zwischen zwei Menschen, als auch innerhalb einer Gruppe oder eines ganzen Systems.

Was versteht man unter Feinfühligkeit?

Der Begriff der Feinfühligkeit wurde von Mary Ainsworth (1964/2003) geprägt und ist definiert als die mütterliche Wahrnehmung und korrekte Interpretation der kindlichen Signale sowie prompte und angemessene Reaktionen darauf. ... dazu auch das Konzept Mind-Mindedness, Meins et al.

Wie entsteht eine unsichere vermeidende Bindung?

Bindungstheorie: Die unsicher-ambivalente Bindung Der unsicher-ambivalente Bindungsstil entsteht laut Bindungstheorien aus einem ambivalenten – also widersprüchlichen – Verhalten der Bezugspersonen. ... Das unsicher-ambivalent gebundene Baby lässt sich auch nach ihrer Rückkehr von der Mutter kaum beruhigen.

Zwei Zufälle bestimmten ihre wissenschaftliche Karriere, die unser heutiges Wissen und unseren angemessen aufgeklärten Umgang mit unseren Kindern von Grund auf verändert hat. Erstens begleitete sie 1950 ihren Mann Leonard nach London, wo er eine Doktorandenstelle antrat. Mary war Ehefrau, ohne formelle Beschäftigung. In einer Anzeige in der «London Times» inserierte ein gewisser John Bowlby, Psychoanalytiker, eine Forschungsstelle für ein Projekt über Auswirkungen früher Mutter-Kind Trennungen auf die Persönlichkeitsentwicklung.

Der Bericht erschien 1951; auf Deutsch erschien er erst 22 Jahre später, 1973. Eine für Laien gut lesbare Fassung von 1965 erlebte zahlreiche Neuauflagen, so auch die spätere deutsche Übersetzung siehe dazu ausführlich Grossmann, 2018. Auf Mary Ainsworth schien dies zunächst keinen besonderen Eindruck gemacht zu haben. Nach drei Jahren verliess sie Ende 1953 Bowlbys Arbeitsgruppe und ging mit ihrem Mann nach Kampala, Uganda — der zweite Zufall —, wieder ohne dort selbst eine Arbeit zu haben.

In London war sie Kollegin von James Robertson gewesen, einem ehemaligen Heizer und Mann für alles Technische am Anna-Freud-Institut. Er hatte sich unter der Ägide von Anna Freud zu einem hervorragenden Beobachter von kleinen Kindern entwickelt, die nach unfreiwilligen Trennungen von ihren Müttern apathisch trauerten und mit den üblichen Anforderungen eines Kinderheims nicht adaptiv und gesund umgehen konnten.

Seine schriftlichen Berichte darüber waren von bislang unerreichter Qualität. Ein revolutionärer Film über Laura, ein zweijähriges Mädchen im Krankenhaus, damals wegen strikter Besuchsregelung ohne Trost durch seine Eltern, leitete das Ende der institutionellen Trennung von Kindern und Müttern ein. Es entstand eine Bewegung, «Kind im Krankenhaus», die in zahlreichen Ländern und regionalen Vereinen aktiv aufgegriffen wurde. Geprägt war sie durch die «security theory» ihres Lehrers William Blatz.

Sie besagt: Früh in der Entwicklung bildet familiäre Sicherheit eine wesentliche Grundlage. Die braucht ein Kind, um neue Fertigkeiten und Interessen zu entwickeln, sonst ist es allzu leicht verunsichert und dabei beeinträchtigt. In ihren späteren Beobachtungen und empirischen Untersuchungen hat Mary Ainsworth dies präzisiert und nachgewiesen, dass psychische Sicherheit wesentlich durch die Qualität der elterlichen Rückmeldung Was hat Mary Ainsworth hinsichtlich der Bindungstheorie erreicht?

Antwort auf kindliche Signale von Bedürfnissen und Interessen entsteht. Diese Ausdrucksmöglichkeiten sind Teil der naturgeschichtlichen Anlagen jedes gesunden menschlichen Neugeborenen, sich im Säuglingsalter mitzuteilen, lange vor dem Sprechen. Das Gefühl der Sicherheit entwickeln kleine Kinder um so besser, je zuverlässiger das Verhalten ihrer Erzieher zu ihren Bedürfnissen passt.

Dazu müssen die Erzieher die kindlichen Intentionen wahrnehmen, erkennen, also richtig interpretieren, und prompt und richtig beantworten. Sie werden so zu Bindungspersonen. Das damalige vorherrschende theoretische Umfeld war die soziale Lerntheorie, die sich auf Bekräftigung kindlichen Verhaltens durch Belohnungen — «social reinforcement» — stützte.

Allerdings genügte das nicht dem Reichtum Was hat Mary Ainsworth hinsichtlich der Bindungstheorie erreicht?

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sozialen Miteinanders, das sich in der Wirklichkeit abspielte. Verbindung der verschiedenen Ansätze in Uganda Ainsworth beobachtete um 1953 in Uganda auf eigene Initiative 26 Familien mit Babys im Alter von 1 —24 Monaten, alle 2 Wochen für 2 Stunden pro Besuch und bis zu 9 Monate lang.

Das war der Zeitpunkt, in dem sich die genannten zwei Zufälle — Bowlby in London und die informellen Beobachtungen in Kampala — zu ihren revolutionären Erkenntnissen glücklich zusammenfügten.

Eine lebenslange Korrespondenz mit John Bowlby begann. Mary Ainsworth erkannte den Wert der Denkweise von John Bowlby, die von der Evolutionstheorie Darwins geprägt war und die neueren Erkenntnisse der verhaltensbiologischen Ethologie einschloss.

Sie besann sich auf ihre eigenen Auswertungen der präzisen Beobachtungsprotokolle von James Robertson in London. Und sie sah den Vorteil der Beobachtungsmethode der Psychoanalytikerin Anna Freud. Von all dem war sie so sehr beeindruckt, dass sie schon damals in London plante, die Methode naturalistischer Beobachtungen selbst zu verwenden, wenn sie je die Gelegenheit dazu bekäme. Ihr wohl grösster wissenschaftlicher Verdienst war die Umsetzung des Grundprinzips von Charles Darwin auf die Interaktion kleiner Kinder: Zuerst kommen Beobachtungen und Fragen, zweitens werden daraus Erklärungsmodelle konstruiert, und schliess­lich wird drittens anhand neuer Daten die Angemessenheit des Modells untersucht, im Idealfall mit Hilfe von experimentell gewonnenen Daten Bowlby, 1990, S.

Mütterliche Feinfühligkeit Die Gelegenheit dazu kam 11 Jahre später in Baltimore, wohin sie 1955 gezogen waren.

Ihre Ehe mit Leonard Ainsworth wurde 1960 geschieden, worunter sie sehr litt. Die anspruchsvolle Aufarbeitung der sehr detaillierten Beobachtungsdaten aus Uganda konnte zu Ende gebracht werden. Das Ergebnis war ein überzeugendes und überprüfbares Erklärungsmodell — Mütterliche Feinfühligkeit gegenüber dem Ausdrucksverhalten des Kindes Ainsworth, 1967. Schritt drei von Darwins Einsicht — anhand neuer Daten die Angemessenheit des Modells zu untersuchen — konnte dadurch in Angriff genommen werden.

Mit 5 engagierten Mitarbeitern wurden in Baltimore — wie zuvor in Was hat Mary Ainsworth hinsichtlich der Bindungstheorie erreicht?

Was hat Mary Ainsworth hinsichtlich der Bindungstheorie erreicht?

— 26 Mütter mit ihren Säuglingen beobachtet, und zwar alle 3 Wochen meist 3 bis 5 Stunden lang, insgesamt 16mal während des ersten Lebensjahres. Der Verlauf sämtlicher Beobachtungen wurde anschliessend diktiert, transkribiert, also in Erzählsprache, wie von James Robertson gelernt, narrativ festgehalten. Aus diesen Narrativen wurde mit Hilfe verschiedener Messskalen die Qualität mütterlicher Feinfühligkeit bei der Beantwortung von Ausdrucksveränderungen des Säuglings berechnet.

Die «fremde Situation» Die Angemessenheit des Modells Feinfühligkeit belegte Ainsworth mit einer Prüfsituation. Diese erfasst Unterschiede der Verhaltensstrategien der dann einjährigen Kleinkinder, mit kurzfristigen Trennungen von ihren Müttern während der Wiedervereinigung umzugehen.

Wenn sie sich nach kurzen Trennungen unverzüglich ihren Müttern näherten, engen, liebevollen Kontakt aufnahmen, sich dadurch schnell beruhigten und bald wieder unbeeinträchtigt erkundeten, wirkten sie sicher im Vertrauen auf die liebevolle Zuwendung ihrer Mutter.

Sie wechselten, wie Mary Ainsworth schreibt, schnell und reibungslos zwischen der Mutter als tröstendem und beruhigendem «Hafen der Sicherheit» — «haven of safety» — und als überwachende und unterstützende «sichere Basis» — «secure base», das Konzept von Blatz.

Kinder weniger feinfühliger Mütter hätten weniger erfolgreiche Strategien; ihnen gelang es, vor allem in ihrem trennungsbedingten Distress nicht, oder erst spät, die beruhigende Nähe herzustellen.

Diese Prüfung nannte Ainsworth «fremde Situation» — «strange situation». Von zahlreichen Forschern wurde sie als Test für Bindungs-Sicherheit bzw. Das aber ist oft zu früh, denn die Bindungsentwicklung eines Kindes geht nach dem ersten Lebensjahr weiter. Es können andere Bindungspersonen hinzukommen, vor allem Was hat Mary Ainsworth hinsichtlich der Bindungstheorie erreicht?, aber auch ältere Geschwister oder vertraute Personen, wenn sie sich regelmässig und verlässlich dem Wohlergehen des Kindes widmen und mit ihm feinfühlig umgehen.

Neue Veröffentlichungen in der Entwicklungspsychologie Die Untersuchungen in Baltimore hatten ein grosses Echo in der Entwicklungspsychologie. Der Originalbericht darüber wurde kürzlich neu veröffentlicht — bereichert durch die Skalen zur Erfassung von Feinfühligkeit Ainsworth et al. Entwicklungspsychologische Untersuchungen, die sich an den Ergebnissen und Forschungen von Mary Ainsworth und an den von ihr geteilten Einsichten von John Bowlby orientieren, sind zahlreich.

Auch wir orientierten uns in unseren Langzeituntersuchungen von der Geburt bis zum 22. Es umfasst 43 Beiträge von 79 Autoren auf 1011 Seiten, einen Autorenindex von 27 und einen Sachindex von 28 Seiten.

Weitere Abschnitte mit jeweils mehreren Beiträgen sind aus dem Bereich biologische Aspekte: moderne Evolutionstheorie, Psychoneuroimmunologie und Neurowissenschaft von Bindung. Die Bindungsentwicklung in der Säuglingszeit, der Kindheit und im Jugendalter bis ins hohe Alter wird erforscht.

Auch Psychopathologie und klinische Anwendungen, Psychopathologie bei Kindern, Desorganisation im Längsschnitt, die Entwicklung von Pflege- und Adoptivkindern, mentale Unterschiede, Prävention und Intervention auf der kommunalen Ebene sind, angeregt durch Mary Ainsworth, aktuelle Forschungsbereiche. Klinische Forschungen befassen Was hat Mary Ainsworth hinsichtlich der Bindungstheorie erreicht? zum Beispiel mit Bindung in der Erwachsenen­therapie und in der Familientherapie.

Mary Ainsworth — ein Leben für die Bindungsforschung Mary Ainsworth hat neue und überzeugende Grundlagen gelegt für das Verständnis der emotionalen Entwicklung von der Wiege bis zur Bahre, wie Bowlby sagte. Sie war geschult durch ihre Erfahrungen in London in John Bowlbys Forschungslabor Anfang der fünfziger Jahre.

Ihre lebenslange Zusammenarbeit mit John Bowlby als profundem Kenner kindlichen Leids und seinem Insistieren auf evolutionsbiologisch orientierter empirischer Überprüfung haben ihren Arbeiten ein festes Fundament beschert. Wir vermissen ihren forschenden Geist, um auch die Bindungsentwicklung über das erste Lebensjahr hinaus so gut zu verstehen, wie sie es für das erste Lebensjahr gelehrt hat.

Sicher aber ist: Mary Ainsworth hat uns ein stimmiges Verständnis für die Natur von neugeborenen Menschen vermittelt, die auf ihre Eltern angewiesen sind, um ein Grundgefühl der psychischen Sicherheit und Selbstvertrauen zu entwickeln. So gelingt eine selbstverständliche Teilhabe an Kultur, ihrer sprachlichen Darstellung und schöpferischer Kommunikation. Sie hat darüber hinaus Grundlagen gelegt für die sprachliche Erfassung von Bindungsrepräsentationen Erwachsener, im Wesentlichen als Folge lebenslanger Bindungserfahrungen.

Vor allem aber ist sie die verlässliche Patin einer allgemein neuen Wertschätzung im Zusammenleben mit unseren Kindern, die, wie einst oft, nicht mehr «gemassregelt», «konditioniert», «gezüchtigt», sondern im liebevollen Miteinander geschützt, unterstützt, nicht bedroht, verstanden werden. Sie dürfen kompetent, selbstbestimmt und offen für die Welt aufwachsen.

Ordentlicher Professor für Psychologie in Bielefeld seit 1970 und in Regensburg seit 1977.

Was hat Mary Ainsworth hinsichtlich der Bindungstheorie erreicht?

Zahlreiche Veröffentlichungen auf Deutsch und Englisch, zum Beispiel: Karin Grossmann, Klaus E. «Bindungen — das Gefüge psychischer Sicherheit». Das Ehepaar Grossmann gehört zu den renommiertesten Forschern auf dem Gebiet der Bindung und der menschlichen Entwicklung.

Gemeinsam widmen sie sich seit 1973 der Bindungsforschung im Längsschnitt und im interkulturellen Vergleich sowie der Erforschung der Synthese von Bindungstheorie und Entwicklung von Kultur und Sprache im Kind. Infant care and the growth of love. Baltimore: John Hopkins University Press, 1967 Ainsworth, M. A psychological study of the strange situation. Classic Edition, New York 2015 Bowlby, J. London: Hutchinson, 1990 Bowlby, J. Mütterliche Zuwendung und geistige Gesundheit. Maternal Care Was hat Mary Ainsworth hinsichtlich der Bindungstheorie erreicht?

Mental Health. Bulletin of the World Health Organization 3, Orig. International Journal of Psycho-Analysis, 39, 1958, S. Handbook of Attachment: Theory, Research, and Clinical Applications. New York 2016 Grossmann, Klaus E. Bindungen — das Gefüge psychischer Sicherheit. John Bowlby, Mary Ainsworth und die Grundlagen der Bindungstheorie und Forschung, 5.

Attachment and Human Development, Vol. Reaktionen kleiner Kinder auf kurzfristige Trennung von der Mutter im Lichte neuer Beobachtungen. In: Psyche, 29, 1975, S. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.

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