Question: Ist Kirche und Staat in Deutschland getrennt?

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland sieht keine strikte Trennung zwischen Staat und Religion vor. Die Beziehungen zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften werden durch das sogenannte Staatskirchenrecht (auch: Religionsverfassungsrecht) geregelt.

Wo sind Kirche und Staat getrennt?

Ein anderes Beziehungsmodell ist die strikte Trennung von Staat und Kirchen. Das ist der Fall beispielsweise in Frankreich. Nach der Verfassung ist Frankreich eine laizistische Republik. In einem Gesetz von 1905 wird diese Beziehung geregelt.

Was ist der Laizismus?

Laizismus, auch Laizität, (von altgriechisch λαϊκός laïkós, deutsch ‚der Ungeweihte, Laie, im Gegensatz zum Priester) ist ein religionsverfassungsrechtliches Modell, dem das Prinzip strenger Trennung zwischen Religion und Staat zugrunde liegt.

Wo gibt es staatskirchen?

Dazu zählen Deutschland, Italien und Spanien. Das Einheitssystem, verkörpert in der Staatskirche, in dem das Staatsoberhaupt gleichzeitig das Kirchenoberhaupt ist. Das System ist in den nördlichen Ländern verbreitet: Norwegen, Dänemark, England und bis zum Jahr 2000 in Schweden.

Wie nennt man die Trennung von Staat und Religion?

Laizismus, auch Laizität, (von altgriechisch λαϊκός laïkós, deutsch ‚der Ungeweihte, Laie, im Gegensatz zum Priester) ist ein religionsverfassungsrechtliches Modell, dem das Prinzip strenger Trennung zwischen Religion und Staat zugrunde liegt.

Was bedeutet säkulare Gesellschaft?

Säkularismus (von lateinisch saeculum ‚Zeit, ‚Zeitalter; auch: ‚Jahrhundert, als ‚diesseitigem Gegensatz zur religiös-‚jenseitig verstandenen ‚Ewigkeit) bezeichnet eine Weltanschauung, die sich auf die Immanenz und Verweltlichung der Gesellschaft beschränkt und auf darüber hinausgehende, metaphysische und ...

Bukow Universität Siegen Wer sich mit dem Thema Säkularisierung befasst, wird schnell mit zwei deutlich unterschiedlichen Fassungen dieser Thematik konfrontiert. Zum einen geht es dabei um das Verhältnis zwischen dem Staat und den Kirchen und zum anderen geht es um das Verhältnis zwischen der Gesellschaft und den entsprechenden Religionen.

Beides hat zwar viel miteinander zu tun, ist aber deutlich unterschiedlich gelagert. Bei der ersten Variante des Themas handelt es sich gezielt um Institutionen und deren Verhältnis untereinander.

Ist Kirche und Staat in Deutschland getrennt?

Bei der zweiten Variante des Themas handelt es sich ganz allgemein um den Stellenwert, der Religionen innerhalb einer Gesellschaft aufgrund ihrer Eigenschaften zugebilligt wird. Die Schwierigkeiten bestehen nun nicht nur darin, dass wir es einmal mit einer politikwissenschaftlichen bzw. Dennoch ist es wichtig, die beiden Fassungen zu diskutieren, weil sie sich perspektivisch ergänzen. Einmal geht es um einen Sonderfall Kirche und Staateinmal geht es um eine allgemeine Konstellation Religion in der Gesellschaft.

Das Verhältnis zwischen den Kirchen und dem Staat in Deutschland: eine unvollständige Säkularisierung Beginnen wir mit der ersten Fassung der Fragestellung.

Staat und Kirche in Deutschland

Das gilt, obgleich in all diesen Ländern das Erbe der Aufklärung eine prägende Rolle spielt. Speziell im Blick auf die Religion hat sich die aufklärerische Tradition nämlich nicht zufällig in den genannten Ländern unterschiedlich entwickelt. Bis heute gibt es hier zwar eine breite Debatte über die Details dieses Arrangements zwischen Kirche und Staat und analog dazu das zwischen Religion und Gesellschaft. Aber das Verhältnis als solches steht dabei überhaupt nicht zur Disposition.

Das Verhältnis als solches ist sogar seit der Abschaffung des Staatskirchentums mit der ersten deutschen Republik, der Weimarer Republik und mit der Durchsetzung einer demokratischen Verfassung stabil.

Ist Kirche und Staat in Deutschland getrennt?

Man kann es als ein wohlwollend-distanziertes Verhältnis bezeichnen. Vor diesem Hintergrund haben sich ganze Reihe von spezifischen Arrangements entwickelt, die zumeist in Staatsverträgen geregelt werden. Der Staat privilegiert die Kirchen in vielfältiger Weise vom Religionsunterricht an den Schulen bis zur wissenschaftlichen Lehre im Rahmen von theologischen Fakultäten, von einer indirekten Subventionierung durch die Erfassung der Kirchensteuer bis Besoldung ausgewählter Kirchenbeamten.

Zugleich bietet er den Kirchen Beteiligungsmöglichkeiten in gesellschaftlich relevanter Handlungsfelder z. Hinzu kommt, dass viele kirchliche Aktivitäten vor allem im sozialen Bereich Diakonie, Caritas Dank des Subsidiaritätsprinzips fast vollständig vom Staat finanziert werden. Dieses wohlwollend-distanzierte Verhältnis hat demnach nur insofern mit Säkularismus zu tun, als die Institutionen Staat und Kirchen getrennt ihren jeweils spezifischen Aufgaben nachgehen.

Es gilt eine Aufgabenaufteilung unter einem gemeinsamen Dach aber keine radikale Aufgabentrennung, nach der jeder für sich agiert. Das Verhältnis ist letztlich von wechselseitigem Geben und Nehmen bestimmt. Brisant bleibt, dass der Staat Ist Kirche und Staat in Deutschland getrennt? Kirchen sponsert und die Kirchen dem Staat eine gewisse religiöse Fundierung bieten. Konservative Parteien sprechen sogar von einer christlichen Leitkultur. Es ist wichtig festzuhalten, dass es sich hier um ein seit langem eingespieltes Verhältnis zwischen traditionell miteinander vertrauten Partnern handelt.

Insbesondere fällt es schwer, sich den längst etablierten eingewanderten Religionen zu öffnen. Formal steht einem solchen Arrangement nur eine unzureichende Institutionaliserung dieser Religionen im Weg. Sie sind meist nicht kirchlich organisiert und können insoweit auch nicht so einfach den Status einer öffentlich-rechtlich agierenden Institution erlangen, was wiederum als Voraussetzung dafür gilt, anerkannt und mit den traditionellen Kirchen gleichgestellt zu werden.

Tatsächlich aber geht es um etwas anderes, es geht um den Bestand des Arrangements zwischen dem überkommenen Staat und den überkommenen christlichen Kirchen, also um ein politisches Arrangement innerhalb eines closed shop.

Und es geht um ein privilegiertes Geben und Nehmen, das noch eine ganz andere Ebene eines Arrangements zwischen dem Staat und den Kirchen enthält, nämlich die einer wechselseitigen Legitimation.

Staat und Kirche legitimieren sich wechselseitig. Diese Konstellation erschwert den Umgang mit einem Wandel im Umfeld der Religionen, den wir auch in Deutschland längst erleben. Religiöse Bewegungen und postmigrantische Religionen sind so gezwungen erst einmal den Status der traditionellen Kirchen anzustreben. Diese Erwartung ist zweifach paradox, weil es sich bei postmigrantische Religionen 1. Solange das alte Arrangement gilt, sind die Probleme, Ist Kirche und Staat in Deutschland getrennt?

erst jüngst der Staatsvertrag zwischen Hamburg und der dortigen islamischen Gemeinde gezeigt, kaum unlösbar. Im Kern haben wir es heute überall mit liquiden Alltagsreligionen zu tun, die mit Ist Kirche und Staat in Deutschland getrennt?

überhaupt nicht fassbar sind. In der Regel geht darum, dass im Alltag anlässlich herausragender, besonderer Handlungssituationen ein Deutungsbedürfnis entsteht, das je nach dem Milieu zu alltagsreligigiöse Nachfragen motiviert: Situationen, in denen der Alltagsablauf ins Stocken geraten ist, ob nun ein Unfall passiert ist oder weil ein unerwartetes bzw.

Das Ziel ist erreicht, wenn man sich wieder dem Alltagsablauf zuwenden kann. Solche Handlungs-Deutungs-Schnittstellen lassen sich heute in der individuellen Lebensführung und im Kontext des alltäglichen gemeinschaftlichen Zusammenlebens in religiösen Gruppierungen und auch im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang im Kontextöffentlicher Debatten beobachten.

Hier nähern sich postmigrantische und überlieferte Religionen einander an.

Ist Kirche und Staat in Deutschland getrennt?

Wir haben es mit einer über das religiöse weit hinausgehenden Spezialisierung in der Alltagsbewältigung zu tun, wobei die hier eingesetzten ggf. Immer deutlicher werden hier die konkreten Schnittstellen zwischen dem individuellen Arrangement einerseits und entsprechenden religiösen Deutungsmustern anderseits beziehungsweise zwischen kollektiven Arrangements von Wir-Gruppen bis Gemeinschaften einerseits und dazu passenden religiösen Deutungsmustern anderseits.

Letztlich werden hier religiöse und andere Begründungsmotive aufgerufen, um die praktische Alltagslogik zu unterfüttern. Es ist eine Struktur, wie sie aus der zivilgesellschaftlichen Debatte vertraut ist. Und tatsächlich werden in diesem Sinn viele postmoderne Alltagsreligionen zivilgesellschaftlich aktiv. Säkularisierung: Eine Debatte, die die Ist Kirche und Staat in Deutschland getrennt? Wirklichkeit im Zeitalter der Postmoderne nicht mehr erfasst Es geht schon lange Ist Kirche und Staat in Deutschland getrennt?

Säkularisierung in Deutschland

mehr um das klassische Verhältnis zwischen dem Staat und den Kirchen, das ja längst nur noch wohlwollend distanziert, aber letztlich eben nicht wirklich säkularisiert ist. Es geht auch eigentlich nicht mehr darum, dass hier erheblich Bindungen zwischen beiden Seite auf der Ebene von Geben und Nehmen und einer seit alters her eingespielten wechselseitigen ideologischen Unterstützung existieren. Es geht darum, dass dieses klassische Verhältnis den Zugang zur empirischen Wirklichkeit verstellt, die aktuellen religiösen Entwicklungen und zumal die postmigrantischen Religionen ignoriert, ja diskreditiert.

Und vor allem geht darum, dass auf diese Weise ihrem Bildungsauftrag gegenüber dem hier relevanten religiösen Deutungswissen nicht nachkommt. Es wäre die Aufgabe der Gesllschaft, sich hier vermehrt zu engagieren und zumal dort, wo sich die religiösen Gruppierungen zivilgesellschaftlich engagieren lokal, politisch, sozial, kulturell oder sprachlich aktiv sind in vielfältiger Weise zu fördern und zu entsprechend qualifizieren, so wie das ja auch sonst im Blick auf gesellschaftlich relevantes Wissen geschieht.

Die Bedeutung der Unterscheidung von um-zu-Motiven und weil-Motiven hat Alfred Schütz in der Auseinandersetzung mit Max Webers Religionssoziologie zuerst erkannt.

Neue religiöse Bewegungen in der globalen Stadt.

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