Question: Warum wird ein Kind wütend?

Dass Kinder manchmal wütend werden, ist ganz normal. Für alle Eltern heißt das: Durchhalten. Denn Wut lässt sich nicht vermeiden. Wutanfälle sind eine normale Reaktion deines Kindes, um negative Gefühle auszudrücken.Dass Kinder manchmal wütend werden, ist ganz normal. Für alle Eltern heißt das: Durchhalten. Denn Wut lässt sich nicht vermeiden. Wutanfälle sind eine normale Reaktion deines Kindes, um negative Gefühle

Was tun wenn Kinder wütend werden?

Lassen Sie sich von der Wut Ihres Kindes nicht anstecken. Sprechen Sie möglichst ruhig und leise, das dämpft die Wut. Bleiben Sie freundlich, denn einem freundlichen Menschen gegenüber wütet man nicht so leicht. Lassen Sie sich vor allen Dingen nicht zu unüberlegten Handlungen hinreißen wie Schlagen oder Schreien.

Was Kinder wütend macht?

Wütend wird dein Kind, wenn es überfordert, frustriert oder auch körperlich oder seelisch verletzt wurde. Wut entsteht aus der Situation heraus. Das Kind wird von seinen Gefühlen übermannt und kann nicht klar denken. Aggression entsteht auch im Inneren, dennoch möchte die Person gezielt andere Personen verletzen.

Jonathan ist ein normaler Junge, weder schmächtig noch besonders groß, kein Streber und kein Sitzenbleiber. Er lebt in einer der guten Gegenden Hamburgs, der Alster nahe, da wollen sie alle hin.

Wer das Anderssein verachtet und es bekämpfen will, geht an Jonathan vorüber, ohne ihn zu bemerken. Er ist nicht dick und auch nicht dürr, nicht laut und nicht ungewöhnlich still, vielleicht ist er etwas sensibler als die anderen. Aber ist das ein Makel? Seine Mutter sagt, er sei ein vernünftiges Kind gewesen, reifer als die meisten anderen in seinem Alter. Sein Vater sagt nur, er sei ein toller Junge.

Jonathan sagt nichts, bleibt dem Gespräch sogar fern, in dem es um ihn geht — und um eines der größten Gesellschaftsprobleme dieser Zeit. Er mag nicht mehr reden über das, was war, mit niemandem. Er will nur noch vergessen, irgendwie verdrängen, falls das überhaupt möglich ist. Jonathan heißt deshalb nicht wirklich so. Er geht noch zur Schule, in die achte Klasse, irgendwo in. Es soll nicht von vorne losgehen, nicht schon Warum wird ein Kind wütend?, dieses verfluchte Mobbing.

Jonathan steht exemplarisch für eine halbe Million Kinder in Deutschland. Doch so gut wie nie redet jemand von diesen Betroffenen darüber. Weil es sie lähmt, weil sie sich schämen und denken, dass sie selbst Schuld seien an ihrem Martyrium. Das ist absurd und doch so üblich, gerade in einem Land, in dem keine Straftat ist. Ein Unding, finden Jonathans Eltern. Auch deshalb erzählen sie die Geschichte ihres Sohnes. Fünfte Klasse Jonathan hat gute Noten, eine Zweikommaeins auf dem letzten Zeugnis der Grundschule, Gymnasialempfehlung.

Er Warum wird ein Kind wütend? sich gewählt aus, rechnet ordentlich, zeichnet sehr gut. Er geht gerne in die Schule. In Hamburg entscheiden die Eltern, ob das Kind aufs Gymnasium geht.

Warum Eltern wirklich wütend auf ihre Kinder sind

Die Schule entscheidet, ob das Kind nach der sechsten Klasse bleiben darf. Ab der Fünften wird es deshalb ernst, oder besser: noch ernster. Jonathan wirkt sehr erschöpft, Warum wird ein Kind wütend? er nachmittags nach Hause kommt. Er ist eigentlich andauernd müde.

Der Schuldruck, denkt die Mutter. Die Mütter kennen sich flüchtig aus der Schule. Deinem Sohn geht es nicht gut in der Schule, sagt sie. Jonathans Mutter versteht nicht, fragt ihren Sohn. Ein einzelner Streit ist kein Mobbing.

Mobbing ist der wiederholte Angriff über einen längeren Zeitraum von einem oder mehreren Schülern auf die seelische Gesundheit. Es ist das Duell aus Macht und Ohnmacht. Der Täter entscheidet willkürlich, wer sein Opfer wird. In der 5a wählen sie Jonathan. Wer ein Kind demütigt, demütigt auch Mutter und Vater.

Mobbing, sagen seine Eltern, nehme man wie in Zeitlupe wahr, wie einen Rausch, der einem erst nach dem fünften Bier die Sinne vernebelt. Wenn du es bemerkst, ist es schon zu spät. Sie rufen die Eltern des Mobbers an. Sie kennen sich aus der Musikschule. Jonathan spielt Bratsche, der Mobber Schlagzeug. Mit dem Anruf begehen sie ihren größten Fehler. Sie erhalten kein Wort der Entschuldigung, nur ein Plädoyer, das sich auf Warum wird ein Kind wütend?

Worte reduzieren lässt: Jungs sind eben so. Für ein paar Wochen hört der Mobber tatsächlich auf. Der größte Triumph eines Mobbers ist, wenn ein anderer für ihn mobbt. Das Gefühl, Offizier zu sein und eine Armee hinter sich zu haben, befriedigt das Machtbedürfnis eines Mobbers. Manchmal fühle er sich anders, fremd, wie ein Alien Jonathan Jonathans Eltern reden mit der Lehrerin. Sie sagt: Das ist normal in der fünften Klasse, die Kinder müssen sich erst finden.

Das bessert sich in der Sechsten. Sie sind Lehrer-Versteher, noch keine Querulanten. Jetzt verbieten sie ihm, sich im Unterricht zu melden. Sie machen ihn schlecht, gründen einen Anti-Jonathan-Klub.

Jonathan weiß nicht, ob es diesen Klub tatsächlich gab, aber es fühlte sich so an. Zwei Präsidenten und neun Mitglieder. Jonathan weint jetzt immer häufiger. Keiner lädt ihn ein — weder zum Spielen noch zum Geburtstag.

Manchmal, sagte er, fühle er sich anders, fremd, wie ein Warum wird ein Kind wütend?. Aber es genügte, um Warum wird ein Kind wütend? Selbstwertgefühl zu verlieren. Jonathan erzählt ab jetzt alles Zuhause. Er sagt, er wolle das selbst regeln. Er offenbart sich seiner Klassenlehrerin. Sechste Klasse Nach den Sommerferien wird sicher alles besser.

Die Hoffnung, diese naive Hoffnung. Mobbing hört nicht von alleine auf, nie. Eines Tages fragt er, ob ihm seine Eltern ein Trikot kaufen. Er will sich anpassen, irgendwie mitmachen. Er denkt, wenn er sich verbiegt, wenn er ihnen ähnlicher wird, hört es auf. Es scheint tatsächlich zu klappen: Er spielt jetzt mit seiner Klasse — auch den Mobbern — Fußball auf dem Schulhof.

Er muss immer ins Tor. Da, wo sonst keiner hin will. Wenn er nach Hause kommt, übt er mit seinem Vater auf dem Spielplatz: Der Vater schießt, er hechtet. Er glaubt, er sei ein guter Torwart. Die anderen schießen ihm gegen den Hintern, wenn er einen Ball durchlässt. Eines Tages belagert die Mittelstufe den Fußballplatz.

Wut und Aggression: Ursachen und Auslöser

Die 6a hat wieder Langeweile. Die Jungs suchen ein Ventil, wollen Warum wird ein Kind wütend? rauslassen. Und erinnern sich an Jonathan, ihren Verlierer. Er hat jetzt oft Bauchschmerzen, er weint viel.

Wer das Kind demütigt, demütigt auch Mutter und Vater. Sie sagen Warum wird ein Kind wütend?, er solle sich wehren, und wollen es doch nicht. Ihr Junge soll kein Schläger sein.

Wenn du was sagst, wirds übel für dich Mitschüler Sie reden erneut mit der Schule. Die Lehrerin sagt: Da ist nichts. Der Vertrauenslehrer holt ihn und den Mobber später zu sich. Jeder darf einen Freund mitbringen. Auf dem Weg schüchtern sie Jonathan ein. Jonathan sagt dann, es gebe kein Mobbing. Der Lehrer fordert, er solle sich Warum wird ein Kind wütend? die falsche Anschuldigung entschuldigen. Und in den Tagen danach, immer wieder: Du bist schwul.

Als er krank ist, fragt er via Chat, was sie als Hausaufgabe aufhaben. Die anderen schreiben: keine Ahnung. Als die Parallelklasse eine Arbeit schreibt, fotografiert einer die Fragebögen ab. Er schickt sie dem Mobber. Warum wird ein Kind wütend? sagt zu Jonathans Freunden: Falls du sie auch haben willst, musst du Jonathan mitmobben. Jonathan hadert jetzt mit sich. Scham, Selbstzweifel, all diese Begleiterscheinungen, die Mobbing so grässlich machen.

Mobbing ist überall, am Gymnasium in der Stadt wie an der Hauptschule auf dem Land. Es ist immer übel, aber nicht überall identisch. Am Gymnasium ist es strategischer, geplanter, subtiler.

Er fühlt sich von nun an verfolgt, befürchtet hinter jeder Ecke seinen Feind. Seine Eltern sagen, da hätten die Paranoia angefangen. Jonathans Noten rutschen ab, sogar die Kopfnoten, eben jene, die soziale Kompetenz beurteilen. Die Eltern fragen nach, warum das so ist. Die Lehrerin habe geantwortet: Weil er sich in Streitereien nicht wehrt. Jonathan will trotzdem an der Schule bleiben.

Warum soll er gehen, warum soll er bestraft werden? Er empfindet das so: als Strafe. Er denkt, überall anders würde es ihm ähnlich gehen. Er glaubt inzwischen, es liege an ihm. Die ist in der siebten nicht mehr zuständig, nachdem sich alle Eltern beschwerten. Sie spottete über Antworten der Schüler. Wenn die weg ist, dann wird alles besser. Wieder ist da Hoffnung, diese naive Hoffnung.

Siebte Klasse Jonathans Mutter sagt, sie sei von der fünften Klasse an traurig, verzweifelt, wütend gewesen. Dann habe sie recherchiert, Wochen, Monate. Sie hat unzählige Studien im Kopf. In Schweden ist die Mobbingrate fünfmal kleiner als in Deutschland, weil sie vorbeugend agieren.

Das Präventionsprogramm stammt von dem Wissenschaftler Dan Olweus. Aktuell wird es in Baden-Württemberg an 30 Pilotschulen getestet. In Hamburg sind es sogar 38 — bundesweiter Höchstwert. Erst kürzlich fanden Psychologen der englischen Universität von Warwick bei Coventry in einer Langzeitstudie mit 5500 Kinder und Jugendlichen heraus, dass sich Mobbing zwischen Gleichaltrigen folgenschwerer auf die Psyche von Heranwachsenden auswirkt als Misshandlungen durch Erwachsene.

Warum wird ein Kind wütend?

Mobbingopfer im Alter von 18 Jahren entwickelten demnach eher eine Depression als Misshandlungsopfern. Die dritthäufigste Todesursache bei Jugendlichen ist der Suizid. Jonathans Vater kann sogar ganze Textpassagen zitieren.

Weil sie ihre Ellenbogen ausfahren, um dem sozialen Abstieg, der mehr denn je drohte, zu entrinnen. Hier beginne die Phase jetzt. Als die Klasse eine Woche nach London Warum wird ein Kind wütend?, eskaliert alles.

Sein letzter Verbündeter kippt um. Jetzt sind alle gegen ihn. Sie machen sich über ihn lustig, isolieren ihn. Wenn die Gruppe größer wird, wird die Hemmschwelle der Mobber niedriger.

Zurück in Deutschland bedrängen sie ihn, nehmen ihm die Turnschuhe, das Trikot, die Mappe mit den Unterrichtsmaterialien weg — letzteres verschwindet für immer. Sie übertreffen sich nun gegenseitig.

Die Sprüche werden schlimmer, die Gerüchte demütigender. Jonathan erzählt jetzt nichts mehr Zuhause. Er glaubt nicht mehr, dass Warum wird ein Kind wütend? irgendwer helfen kann, selbst Mutter und Vater nicht, seine einzigen Vertrauten.

Es gibt Kinder, die springen in so einer Situation vor einen Zug. Als die Eltern spüren, dass ihr Sohn das Vertrauen verloren hat, handeln sie. Sie fordern die Schulleitung auf, das Mobbing endlich der Schulbehörde, Abteilung Gewaltprävention, zu melden. Dazu sind Schulen in Hamburg per Meldebogen verpflichtet.

Sie schalten die Polizei ein, zeigen die einzelnen Straftaten an: Beleidigung, Rufmord, Diebstahl. Sie suchen eine neue Schule.

Warum wird ein Kind wütend?

Sie suchen jemanden, der sich für das Thema stark macht und eine Kleine Anfrage an den Senat stellt. Keiner nimmt sich der Sache an. Die Grünen antworten: In Hamburg gibt es kein Mobbingproblem.

Zur gleichen Zeit geben die Justizminister der Länder bekannt, Cybermobbing in Deutschland härter bestrafen zu wollen. Im Internet soll es ein Gesetz geben, nicht aber in der realen Welt. Sechs Wochen vor den Sommerferien wird Jonathan von neun Schülern überfallen.

Sie nehmen ihm sein Handy weg, bedrängen ihn. Er weigert sich, jemals wieder in diese Schule zu gehen.

Warum wird ein Kind wütend?

Seine Eltern lassen ihn krankschreiben. Er träumt schlecht, hat Panikattacken. Achte Klasse Jonathan spielt jetzt nicht mehr Fußball, und er wird nicht mehr gemobbt. Er hat an der neuen Schule sogar Freunde gefunden. Er benötigt Warum wird ein Kind wütend? zwanzig Minuten länger für den Schulweg. Er darf so sein wie er ist, ganz normal eben. Sie wollen, dass sich etwas verändert, und ein wenig hat sich sogar schon verändert.

An der alten Schule schreiben sie jetzt alle Klassenarbeiten zeitgleich — um Betrugsfälle zu verhindern und Mobbing so nicht noch zu verschärfen. Die neue Schulleiterin hat sich für das Fehlverhalten ihres Kollegiums entschuldigt. Der Fall Jonathan ist laut der Schulbehörde in die und Fortbildung für Lehrer eingeflossen. Eine Entschädigung für all die angefallenen Kosten gab es nicht.

Die Polizei lud elf Schüler zur Anhörung. Bis heute sitzen sie in derselben Klasse, zusammen, Tisch an Tisch. Vielleicht haben sie sogar schon ein neues Opfer auserkoren, einen neuen Verlierer. Dennis Betzholz hat Warum wird ein Kind wütend? Mobbing. Während der Arbeit an dem Buch stieß er auf diese Hamburger Mobbinggeschichte.

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